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23.01.1976 - 

Liberalisierung in Japan: Viel Geschrei und wenig Wolle

Es geht schneller - aber nicht anders

TOKIO - Nur einen minimalen Effekt erwartet das Marktforschungsunternehmen International Data Corporation (IDC) von der mit Jahresbeginn in Kraft getretenen Liberalisierung der Computerimporte in Japan. Nachdem bisher schon die meisten Importe genehmigt wurden, liegt der Hauptvorteil der Neuregelung darin, daß sich die Bearbeitungsfrist im japanischen Industrieministerium von früher bis zu drei Monaten jetzt auf ein oder zwei Wochen verkürzt.

Skeptisch sind Beobachter noch, ob die Liberalisierung auch für die Teilmärkte voll wirksam werden wird, auf denen ausländische Erzeugnisse einen Marktanteil von über 50 Prozent haben: derzeit gelten - ein Zugeständnis an die USA - für DV-Produkte ermäßigte Zollsätze, die sich leicht wieder auf die ursprüngliche Höhe anhaben.

Vorbeugend neue Modelle vorgestellt

Vorbeugend haben die japanischen Hersteller in diesen Tagen neue Modelle für den heimischen Markt vorgestellt und weitere Neuerungen für die nächsten Monate angekündigt. Sie (...) auf jeden Fall ihren derzeitigen. Marktanteil von 50 Prozent halten: die "Buy Japanese"-Politik der öffentlichen Hand, Abschreibe- und Steuervergünstigungen sowie Vermietung über die "Japanese Electric Computer Company" (JECC), die nur japanische Produkte übernimmt, werden ihnen dabei helfen.

Im Fiskaljahr 1975 hatten erstmals die Auslieferungen der Importeure wertmäßig die Auslieferungen der japanischen DV-Hersteller übertroffen. Da aber bisher Jahr für Jahr die Zahl der Rückläufer bei den ausländischen Herstellern anstieg - 1975 war der Anteil der Rücknahmen bei Ausländern zweieinhalb Mal so hoch wie bei den japanischen Herstellern -, ist im Endeffekt der Marktanteil der Ausländer, sprich der Amerikaner, gesunken. In Japan, dem zweitgrößten Computermarkt der Welt, haben jetzt IBM etwa 36 Prozent Marktanteil, Univac 7,5 Prozent, Burroughs 3,5 Prozent, NCR 2 Prozent und andere ausländische Hersteller zusammen 1,5 Prozent.

20 Prozent Zuwachs für 1976 erwartet

Einen Gegenangriff in den USA brauchen die Amerikaner bisher nicht zu fürchten: Die Japaner bemühten sich bisher, und zwar in erster Linie mit Kleinsystemen und Periphere, um Exporte nach Europa, Australien und in die "Dritte Welt". Selbst Amdahl-Finanzier Fujitsu machte seine wichtigsten Exportgeschäfte bisher mit Australien, Brasilien, Bulgarien und Jugoslawien. Bei einer Ausweitung des US-Geschäftes wirkten bisher zwei Faktoren bremsend: Ausschließlichkeitsvereinbarungen mit US-Firmen und der hohe, für Vermietung erforderliche Kapitalbedarf. Zu Hause ist's auch interessanter: Auf dem japanischen DV-Markt werden bis 1976 wieder 20 Prozent Zuwachs erwartet. -py