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24.09.1976 - 

Hilfen zur Finanzierung der EDV

Es gibt Geld - umsonst

MÜNCHEN - EDV-Beratung um 75 Prozent verbilligt, Kredit zu 3,5 Prozent Zinsen, 25 Prozent Zuschuß zum Computerkauf - das ist kein Märchen aus einem finanziellen Schlaraffenland, sondern bundesdeutsche Förder-Realität. Zwar nicht für jeden und nicht überall - aber doch für viele: Allein der Bund bietet insgesamt 77 verschiedene Finanzierungshilfen, dazu kommen noch zwischen 6 und 13 Programme der einzelnen Länder. Es gibt Zuschüsse, Kredite und Bürgschaften - für Investitionen, Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, Begründung zwischen betrieblicher Kooperation sowie für die Entwicklung beispielsweise von Software. Finanziert werden kann fast alles - von RZ-Gebäude über die Hardware bis zum Programm.

Vier Möglichkeiten sind für die Datenverarbeitung besonders wichtig:

1. Für Beratung in Fragen der elektronischen Datenverarbeitung können mittelständische Unternehmen Zuschüsse in Höhe von 25 bis 75 Prozent der Beratungskosten bekommen.

2. Für Beschaffung von EDV-Anlagen und eine Erststausstattung mit Anwendungsprogrammen können mittelständische Unternehmen ERP-Kredite zu 6.5 Prozent Zins (im Zonenrandgebiet 5,5 Prozent) erhalten. (...)hstbetrag in der Regel 100 000 Mark, Rechenzentren und Unternehmen der mittleren verarbeitenden Industrie 500 000 Mark.

3. Investitionszuschüsse bis zu 25 Prozent gibt es bei Errichtung, Erweiterung sowie Rationalisierung von Betrieben in den Gebieten der "Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur". Zu diesen strukturschwachen Räumen zählen Zonenrandgebiet, Saarland, der norddeutsche Küstenbereich und andere genau abgegrenzte Fördergebiete.

4. Zuschüsse bis zu 40 Prozent der nachgewiesenen Selbstkosten bei der Entwicklung mehrfach verwendbarer Anwendungssoftware (BMFT-Förderung).

Softwarehäuser wie Hardwareanbieter werben zum Teil mit diesen Finanzierungsmöglichkeiten, insbesondere den ERP-Krediten. Das 1969 mit einem Volumen von 10 Millionen Mark gestartete ERP-Programm zur Finanzierung der Einführung der EDV mußte wegen regen Interesses ständig ausgeweitet werden und erreichte 1974 schon ein Volumen von 35 Millionen Mark. Bei einer kürzlich durchgeführten Umfrage, meinten 95 Prozent der Kreditnehmer, die EDV habe sich bewährt, und 80 Prozent berichteten von meßbaren Einsparungen durch den DV-Einsatz.

Wer langfristig plant, hat mehr Chancen

Grundregel für alle Finanzierungshilfen: Der Antrag muß im allgemeinen gestellt werden, bevor mit dem Projekt begonnen oder der Auftrag erteilt wurde. Mit Beihilfen können daher die Unternehmen am ehesten rechnen, die längerfristig planen - denn es ist ein nicht unerheblicher Zeitraum bis zur Genehmigung des Antrages und der Zuteilung der Mittel einzukalkulieren. Für ein Unternehmen bzw. Projekt können mehrere verschiedene Hilfen in Frage kommen, die sich aber nicht immer kombinieren lassen - eine genaue Überprüfung aller Möglichkeiten ist zweckmäßig, zumal sich die Programme jedes Jahr ändern. 1976 kamen neu beispielsweise Finanzierungshilfen zur Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, zur Beseitigung von Sturmflutschäden, zur Förderung von Entwicklung und Forschung in Berlin sowie für kleine und mittlere Tageszeitungen hinzu, die ja nicht nur durch den Wettbewerb, sondern auch durch den Vormarsch der EDV bedrängt werden.

Nicht immer fließen die Hilfsmittel wie gewünscht: Einem Berliner Unternehmen lehnte das Finanzgericht die beantragte Investitionszulage für eine 10 000-Mark-Software mit der Begründung ab, es handle sich nicht um ein "abnutzbares Wirtschaftsgut". Der Kläger hat Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt - die obersten deutschen Finanzrichter haben aber noch kein Urteil gefällt.

Informationen: Sonderheft "Die Finanzierungshilfen des Bundes und der Länder an die gewerbliche Wirtschaft" der Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, Fritz Knapp Verlag, Frankfurt.