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09.05.1975 - 

DV-Förderung aus privater Sicht:

"Es gibt noch einige kleine Datels"

STUTTGART - "Wir glauben, daß es noch eine Reihe kleiner Datel's gibt - daß man aber nicht in weitere Datels öffentliche Mittel schaufeln sollte" meint Dr. Werner Retzlaff, Marketingchef von Taylorix, im Hinblick auf die Verwendung von DV-Fördermitteln der öffentlichen Hand. Taylorix, nach der Standesorganisation der Steuerberater, Datev, der zweitgrößte im deutschen EDV-Dienstleistungsgeschäft, hat öffentliche Mittel bisher weder beantragt noch erhalten. "Man könnte alles, was ein Klein- und Mittelbetrieb im Rechnungswesen braucht, ohne Subventionen realisieren" meint Retzlaff. Er kann darauf verweisen, daß es Taylorix schon anbietet. "Was wir selbst finanzieren konnten, müßten andere auch finanzieren können. Wir meinen bei Taylorix, daß sich freie Marktwirtschaft und Subventionsmentalität ausschließen."

Zum Projekt der 17 süddeutschen Handwerkskammern, bei der ODAV in Straubing ein zentrales Handwerks-Rechenzentrum einzurichten, meint Retzlaff: "Wenn da Fördermittel der öffentlichen Hand eingesetzt werden, um Programme zu entwickeln, die es anderswo schon gibt, dann kommen die zu Preisen an den Markt, die unter den normalen Kosten liegen. Dadurch können eines Tages die Steuerzahler, aus deren Geld auch die Zuschüsse gewährt wurden, in Schwierigkeiten kommen - oder es schwerer haben, als sie es verdienen." Ein Beispiel dafür, daß öffentliche Mittel nicht optimal eingesetzt werden, bietet das Thema Krankenhäuser: die Datel hat ein Krankenhausabrechnungspaket entwickelt; Rechenzentren für die öffentlichen Krankenhäuser sind im Aufbau; Taylorix bietet ein solches Software-Paket als Ergänzung für seine MDT-Anlagen an und die Kommunalen Rechenzentren wollen möglichst das ganze Geschäft mit den Kommunen einschließlich der Krankenhausabrechnung machen - auch wenn sie Programme dafür erst entwickeln müssen. Fazit für Retzlaff: es laufen zwar MDT-Anlagen mit der Taylorix-Software zur Zufriedenheit der verschiedenen Krankenhauskunden - aber deren Zufriedenheit öffentlich zu propagieren stößt auf Schwierigkeiten. Gemeinden, die mit einer privatwirtschaftlich entwickelten Methode zufrieden sind, fürchten Kollision mit den Tendenzen und Organisationen zur öffentlich-rechtlichen DV, wenn sie allzu laut "private" Verfahren loben.

"Wir bedauern, daß bisher noch keine Konsequenzen aus den Berichten der Rechnungshöfe von Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg gezogen wurden" meint Retzlaff. Die Rechnungshöfe hatten die Wirtschaftlichkeit der öffentlich-rechtlichen DV-Einrichtungen bemängelt.

"Es gibt Software-Häuser, die haben mit DV-Fördermitteln des Bundesministers für Forschung und Technologie entwickelte Programme fix und fertig in der Schublade liegen und können sie nicht verkaufen" berichtet Retzlaff von einem Erfahrungsaustausch in Travemünde. Er meint: "Man sollte die Mittel auf die Gebiete konzentrieren, wo es bisher kein privatwirtschaftlich entwickeltes Programm gibt oder wo eine Privatwirtschaftliche Entwicklung allein nicht möglich ist. Förderung ist gut für Innovation - nicht für Multiplikation." -py