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23.09.1994

Es hakt bei der Umsetzung der Altprogramme Die Uni Osnabrueck vergleicht Tools zur Softwaresanierung Von Andreas Drasdo*

MUENCHEN (CW) - Softwaresanierung ist ein Markt mit Zukunft. Schon heute wenden viele DV-Abteilungen mehr als die Haelfte ihres Budgets fuer Wartung auf. Eine Reduzierung dieser Kosten ist nur durch eine Sanierung moeglich. Nun wollte der Fachbereich Wirtschaftsinformatik an der Universitaet Osnabrueck herausfinden, inwieweit die Branche diese Aufgaben durch verfuegbare Werkzeuge unterstuetzt.

Der Begriff "Softwarekrise" stammt zwar aus den 70er Jahren, hat aber bis heute nichts von seiner Bedeutung eingebuesst. Trotz neuer Entwicklungswerkzeuge wie 4GL und CASE-Tools konnte der Anwendungsstau nicht reduziert werden. Das liegt auch daran, dass viele Werkzeuge die Loesung fuer die falsche Problemstellung bieten. Die meisten sind darauf ausgerichtet, die Neuentwicklung von Anwendungen zu rationalisieren und die Produktivitaet der Programmierer zu erhoehen. Tatsaechlich aber verschlingen die Wartungsaufgaben in vielen Unternehmen ueber 50 Prozent des DV- Budgets. Es geht also darum, diese Taetigkeit durch eine Sanierung der Software zu erleichtern.

Als Voraussetzung fuer die Studie war jedoch erst einmal zu definieren, welche Aufgaben die Softwaresanierung umfasst (siehe Kasten). Wichtig war auch die Verfuegbarkeit der Tools auf den Anwenderplattformen. Daraufhin haben die Wirtschaftsinformatiker 39 Tools unter die Lupe genommen. Als Informationsquelle dienten der Nomina ISIS Katalog 1992, die Studie Reverse Engineering: Markets, Methods and Tools der Ovum Ltd. sowie Informationsmaterial der Werkzeuganbieter.

Die Studie erbrachte folgende Ergebnisse:

- Die Faehigkeiten der untersuchten Tools im Hinblick auf Reformatierung und Nachdokumentation sind umfassend und hilfreich fuer die weitere Wartung.

- Es werden mehrere Werkzeuge zur Restrukturierung im engeren Sinne und zur Modularisierung angeboten. Ihr Nutzen fuer die Wartung muss noch nachgewiesen werden.

- Eng begrenzt sind die Moeglichkeiten einer vollautomatischen Programmsanierung. Das gilt sowohl fuer die Umsetzung des Quellcodes auf eine hoehere Abstraktionsebene (mittels Redesign oder Respezifikation) als auch fuer die Anhebung der alten Programme auf den neuesten Stand der Softwaretechnik, wie sie etwa die objektorientierte Architektur waere. Hier sind das Wissen und die Erfahrung der Programmierer in bezug auf Systementwicklung und Anwendungsgebiet erforderlich, um die erzeugten Werkzeugergebnisse manuell zu vervollstaendigen.

Insgesamt gesehen, laesst sich mit der Unterstuetzung durch Sanierungswerkzeuge der Lebenszyklus der Software verlaengern, so dass die vorhandenen Altsysteme nicht vorzeitig manuell abgebaut werden muessen.