Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

17.03.2000

"Es hat keinen Sinn, die Arbeitsmärkte abzuschotten"

Mit Thea Dückert, arbeitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen sprachen Angelika Fritsche und Veronika Renkes.

CW: Sie sagen, dass die bisherigen Regelungen zum Arbeitsmarktzugang von Nicht-EU-Ausländern undurchschaubar und ein Instrument zur Arbeitsverhinderung sind. Was meinen Sie damit?

DÜCKERT: In Deutschland haben nur EU-Ausländer und Bundesbürger freien Zugang zum Arbeitsmarkt. Für Nicht-EU-Ausländer gibt es nach dem Arbeitserlaubnisrecht sehr viele unterschiedliche Regelungen.

CW: Worin sehen Sie die Ursachen des IT-Nachwuchsmangels?

DÜCKERT: Die Unternehmen haben in der Vergangenheit in Bezug auf die Ausbildungssituation die Entwicklung verschlafen und zu wenig Ausbildungsplätze angeboten. Die derzeitige Situation hat darum nichts mit unseren Einwanderungs- oder Beschäftigungsregelungen zu tun.

CW: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt möchte die Green-Card-Regelung auch auf andere Branchen ausweiten. Was halten Sie davon?

DÜCKERT: Der Glaube, dass sich die Arbeitsmarktsituation im hochqualifizierten Bereich durch einen großzügigere Regelung entspannen würde, ist übereilt und hat mit einer ordentlichen Arbeitsmarktanalyse nichts zu tun. Wir brauchen eine Flexibilisierung und Öffnung der bisherigen Regelungen. Es hat keinen Sinn, die Arbeitsmärkte abzuschotten. Über ein Einwanderungsgesetz müssen wir in der Bundesrepublik sehr viel ruhiger und gelassener diskutieren.

CW: Welche Fachkräfte werden eigentlich gesucht?

DÜCKERT: Es gibt zur Zeit noch keine harten Fakten, die belegen, wie hoch der Arbeitskräftemangel im IT-Bereich ist und welche Qualifikationen nachgefragt werden. Es werden wohl aber hochqualifizierte Kräfte mit Manager-Fähigkeiten gesucht.

CW: Kann durch die Anwerbung von Ausländern der Nachwuchsmangel in der IT-Branche behoben werden?

DÜCKERT: Nein, sicher nicht. Man kann eine Lockerung mit der Green Card erreichen, muss aber im Bereich der Ausbildung und Weiterqualifikation sehr schnell tätig werden.

CW: Welche Position vertreten Sie in Bezug auf die Green Card?

DÜCKERT: Wir warten auf die Analysen und Fakten über den genauen Fachkräftemangel und werden dann die Konditionen der Green Card definieren. Es geht dabei vor allem um die zeitliche Befristung. Als Partei haben wir uns da noch nicht festgelegt. Ich persönlich denke, dass eine zeitliche Befristung entfallen kann.

CW: Wann wird es eine neue Regelung geben?

Dückert: Wir sollten eine Regelung bis zum Sommer gefunden haben.