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12.04.1979

Es ist müßig, darüber zu streiten, ob es eine Software-Krise gibt oder nicht - vorhersehbar scheint, daß die Software-Branche vor einer Krise steht. Das Gegenteil ist nicht zu beweisen. Denn: Die erklärte Absicht der meisten Mainframer, das Geschäft mit

Es ist müßig, darüber zu streiten, ob es eine Software-Krise gibt oder nicht - vorhersehbar scheint, daß die Software-Branche vor einer Krise steht. Das Gegenteil ist nicht zu beweisen.

Denn: Die erklärte Absicht der meisten Mainframer, das Geschäft mit der Software von nun an ernst zu nehmen, wird ihre Wirkung bei den Anwendern nicht verfehlen - was letztlich den Markt der freien Software-Anbieter einengt.

Ausweichmöglichkeiten sind nicht in Sicht - oder wollen die Softwarehäuser glauben machen, sie könnten mit den Hardware-Giganten in der Produktion von Standard-Programmen konkurrieren?

Daß Software-Werkstätten wie Softlab und SCS derzeit von ausgelastet sind, sollte indessen nicht zu optimistischen Prognosen verleiten. Tatsache ist doch, daß sie ihre gute Auftragslage zu einem nicht geringen Teil Herstellern wie Siemens und Nixdorf verdanken, die bestimmte Basis- und Anwendungsprogramme draußen maßarbeiten lassen. Das erklärt sich aus der Schwierigkeit, Software-Professionals in ausreichender Zahl zu rekrutieren.

Nur: Was die Hersteller nach draußen geben, ist zunehmend nicht mehr die anspruchsvone Aufgabe des Designs und der Entwicklung von Software, sondern die Ausführung nach Vorgabe, die Dreckarbeit des Codierens. Die Gefahr besteht, daß Softwarefirmen, die sich auf derartige Aufträge stürzen, mit der Zeit süchtig werden - und gar nicht merken, wie abhängig sie bereits vom Hersteller geworden sind. Wer so tut, als könne er jederzeit zurück, der belügt sich selbst. Denn zum anderen hat eine Entwicklung "weg vom EDV-Spezialisten" eingesetzt - auch in der Beratungsbranche.

Reine DV-Beratung ist offenbar, anders als von Softwarefirmen behauptet wird, kein Garant für einen satten Beratergewinn mehr. Dies fördert eine Statistik zutage, die das Feld der Software- und Berafungs-Unternehmen nach Pro-Kopf-Leistung vergleicht (siehe Seite 1: "SCS schaffte den Sprung an die Spitze").

Erfolgreicher scheint eine Marktpolitik zu sein, die Beratung als ganzheitliche Leistung sieht - ganzheitlich in dem Sinne, daß die Datenverarbeitungs-Organisation allein nicht Gegenstand eines Consulter-Gutachtens sein kann. Nun reicht für eine Beweisführung in Sachen "Ganzheits-Beratung contra DV-Beratung" sicher nicht aus, Allrounder und Spezialisten zu unterscheiden. Wie auch der Pro Kopf-Umsatz nicht alleiniges Indiz für die Bonität eines Softwarehauses ist. Gleichwohl läßt sich aus der Diskrepanz von Pro-Kopf-Umsatz und erbrachter Leistung ablesen, daß hier die Zeichen auf Sturm stehen. Einige Firmen haben daraus bereits Konsequenzen gezogen: Sie verlagern ihren Beratungsschwerpunkt zunehmend auf Management-Aufgaben.