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21.04.1978

Es kam so wie vorausgesagt

Aus den CeBIT-Neuankündigungen lassen sich die Marketing-Strategien der großen Hersteller und die Markterwartungen ihrer vielen kleinen Konkurrenten erkennen. Alles setzt auf "Distributed Processing", "Dezentralisierte Datenverarbeitung", "Verteilte Intelligenz".

Kein Zweifel: Die Zeit der einsamen Großrechner ist vorbei. Das hatten vorausgesagt: Vor sehr vielen Jahren Futurologen und Science-fiction-Propheten. Vor etwa sieben Jahren: Informatik-Wissenschaftler auf entsprechenden ACM- und AFIP-Kongressen. Vor etwa fünf Jahren: Große Marktforschungsinstitute für die Branche (Arthur D. Little, Diebold, IDC, Quantum). Vor etwa drei Jahren: Die ersten Anwender, die damals bereits als Pioniere die Weichen gestellt hatten. IBMs Marketing-Strategen hatten das schon immer gewußt. Ihre firmeninternen Voraussagen konnten nicht falsch sein, weil sie es waren, die für ihr Eintreten sorgten - self fullfilling prophecy.

Seit Hannover 75 ist wohl jedem Anwender klar, daß auch er an Distributed Processing, Dezentralisierter Datenverarbeitung und Verteilter Intelligenz nicht vorbeikommt. Aber hat man wirklich damit gerechnet, daß das dann so schnell kommen würde, weil der Markt - wie sich erneut bei den jüngsten CeBIT-Ankündigungen zeigt - so schnell und so umfangreich mit angemessenen Preisen für die erforderlichen Systemkomponenten reagiert?

CeBIT ohne Großrechner

Die Zeit der einsamen Großrechner ist also vorbei. Nicht die Zeit der Großrechner, man wird die Jumbos in den Zentralen weiterhin brauchen. Aber der Schwerpunkt neuer Planungen und Investitionen beim Anwender liegt jetzt tatsächlich im Vorfeld des Rechenzentrums. Überraschend ist nicht, daß dies alles so kam, sondern vielmehr, daß das alles so relativ schnell kam, vielfach gar schneller als vorausgesetzt. Wer hätte beim Hannover-Messe-Rundgang 1975 geahnt, daß nur drei Jahre später alle großen Hersteller in CeBIT offenbar nur noch ein Thema kennen, nämlich DP und DB - und daß kaum noch Gespräche über die K-Ausstattung und MOPSe der Zentralrechner geführt werden, die ohnehin mangels Standfläche aus der Messehalle verbannt wurden.

Und so ändert sich auch die Besucherstruktur und vor allem das Gesprächsverhalten des Standpersonals. War man früher über die "Sehleute" verärgert, die mit wenigen DV-Fachfragen schnell ausfiltriert wurden, damit man die DV-Profis um so intensiver umwerben konnte, so gilt heute die Losung: Jeder Sehmann kann ein Filialhäuptling oder Hauptabteilungs-Großfürst - mit Budget für Verteilte Intelligenz - sein.

Spürblick für die Zukunft

Weil tatsächlich alles so kam, wie vorausgesetzt wurde, wird vermutlich auch weiterhin vieles schon bald so kommen, wie vorausgesagt wird. Demnach stehen alsbald ins Haus: Büro-Automation durch Integration der Verfahren für Textverarbeitung und Datenverarbeitung. Ausbau der Prozeßsteuerung durch Integration der Betriebsdatenerfassung und Prozeßrechner-Systeme in den DV-Zentralen. Integration der Telefon-, Sicherheits-, Überwachungs-, Datenübertragungs-, lnformationsverteilungs-Funktionen in vereinheitlichte Systeme. DV-Profis, die darauf achten, dem allgemeinen Trend voraus zu sein, werden in Hannover das entsprechende Messeangebot vorsorglich begutachten. Allerdings, diese Themen stehen in CeBIT 78 noch nicht im Mittelpunkt. Wer aber sucht, der wird einiges bereits finden.