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28.09.1984 - 

Alternativen zu den 3270-Bildschirmterminals der Hersteller:

Es muß nicht immer Koaxkabel sein

Bis vor wenigen Jahren hatten 3270-Anwender nur die Wahl zwischen dem Ankauf von Original-IBM-3270-Terminals oder dem Kauf Koax-Stecker-kompatibler Versionen anderer Hersteller. Die derzeitigen 3270-Alternativen heißen: Mikrocomputer mit 3270-Fähigkeiten, Einsatz preisgünstiger oder bereits vorhandener ASCII-Terminals als Dialogstationen bis hin zum LAN-Konzept (Local-Area-Network) mit 3270-Gateway. Wie die technische Realisierung aussieht, erläutert im nachfolgenden Beitrag Paul Hoffmann, Leiter der Abteilung Produktmanagement Wetronic Automation GmbH, München.

Die von der IBM bei der Entwicklung der 3270-Systeme gewählte aufwendige Schnittstellentechnologie hat dafür gesorgt, daß lange Zeit nur von einer Handvoll Hersteller weltweit anschlußfertige Stecker-kompatible Systeme angeboten wurden. Dabei erreichte der Preisvorteil dieser Anbieter im Vergleich zu den Preisen des Marktführers IBM aufgrund der aufwendigen Bauweise zu keiner Zeit nennenswerte Größenordnungen. Als dann endlich Dank des rapiden Preisverfalls bei mikroprozessorgesteuerten Protokoll- beziehungsweise Interface-Konvertern wirtschaftliche Wege für den Einsatz von preisgünstiger asynchroner Hardware als 3270-Dialog-Station aufgezeigt wurden, lag die Akzeptanzschwelle für solche "exotischen" Systeme bei IBM-Anwendern noch beachtlich hoch.

Seitdem jedoch dem konservativsten Big-Blue-Fan klar geworden ist, daß ein IBM-Mikrocomputer mit V.24-Schnittstelle und 3270-Emulationssoftware oder ein in den Mikro einsteckbares Interfaceboard das gleiche nur in Blau dargestellt, war der Bann gebrochen. Zuerst wie üblich in den USA und dann auch mit ein- bis zweijähriger Zeitverschiebung bei uns in der Bundesrepublik.

Mikrocomputer als 3270-Bildschirm

Dort, wo nur ein Mikro an das Kommunikationsinterface beziehungsweise an den Front-End-Prozessor des Mainframe angeschlossen werden soll, gibt es inzwischen komplette Emulationen der Mikrohersteller. Der Mikro stellt sich gegenüber dem Host als Terminalsteuereinheit mit einem angeschlossenen Bildschirmterminal dar. Für den wirtschaftlichen Anschluß mehrerer Mikros an eine Datenübertragungsleitung gibt es im wesentlichen zwei Problemlösungen:

1. Einsatz von 3270-Terminalsteuereinheiten mit koaxialen Anschlüssen in Verbindung mit einer entsprechenden Koaxinterfaceanpassung einschließlich Software in jedem anzuschließenden Mikro. Eine nicht gerade preisgünstige und technisch aufwendige Lösung dort; wo jedoch keine V.24-Schnittstelle auf der IBM-Systemseite vorhanden ist (zum Beispiel bei Kanal-adaptierten Steuereinheiten), akzeptabel.

2. Verwendung von Terminalsteuereinheiten-Protokoll-Konverter-Kombinationen und Anschluß von Mikros mit Standard V.24-Interfaces. Erforderlich ist lediglich eine simple asynchrone Terminalemulationssoftware im Mikro. Eine preiswerte funktionelle Lösung, die im Gegensatz zu koaxialen Strecken auch die beliebige Verlängerung einer solchen Verbindung Steuereinheit/Terminal über Inhouse-Modems oder öffentliche Postleitungswege erlaubt. Ein zusätzliches Bonbon: Auch asynchrone Drucker können an solchen Konvertern als 3270-Dialogdruckerersatz arbeiten.

Optionelle V.24-Koaxmodems erlauben die Verwendung bereits vorhandener Koaxverkabelungen. Zumeist sind solche Protokoll-Konverter-Interface-Boxen speziell für den Einsatz von Mikrocomputern einschließlich problemloser Filetransfer von und zum Host entwickelt worden. Der inzwischen attraktive Preis solcher Geräte in Verbindung mit dem Preisrutsch bei Mikrocomputern sorgt dafür, daß diese Variante, 3270-Terminal und dezentrale Intelligenz in einem, immer attraktiver wird.

In der Mischwelt besonders interessant

Dort, wo keine dezentrale Intelligenz verlangt wird, aber der niedrige Preis für ein 3270-Terminalnetz von größerer Bedeutung ist, kann die oben geschilderte Kombination Terminalsteuereinheit-Konverter mit V.24-Anschlüssen preisgünstige ASCII-Terminals (ab 1500 Mark) zu 3270-kompatiblen Bildschirmterminals machen. Es gibt inzwischen sogar Keyboard-kompatible ASCII-Bildschirme inklusive IBM-Statuszeilen-Symbolik.

Dies ist naturgemäß dort besonders interessant, wo es eine "Mischwelt" IBM-Mainframe und andere ansynchrone Computersysteme wie DEC oder HP gibt. Die ASCII-Bildschirme können bei entsprechender manueller oder automatischer Umschaltung (Netzwerkprozessor, Switchingmultiplexer, digitale PABX) eine Doppelrolle einnehmen, asynchroner ASCII-Bildschirm und 3270-Terminal über einen Konverter wahlweise. Eine Konverter-Box kann dabei für viele ASCII-Terminals nach dem Prinzip "Wer zu erst kommt, mahlt zuerst" (Portcontention-Mode) Gateway zum IBM-System spielen.

Local Area Network mit Gateway zum Host

Die Kommunikation jedes Terminals mit jedem anderen bekommt einen immer größeren Stellenwert. LANs (Local Area Networks) verwirklichen mittels hoher Übertragungsgeschwindigkeit auf dem Ring oder Bus diese offene Kommunikationsinfrastruktur. Das dabei verwendete Protokoll heißt nicht IBM-BSC oder SDLC, die Netzwerkarchitektur stammt ebenfalls nicht aus den Entwicklungslabors der Mama Blue. Kein Grund jedoch, diesen beiden Philosophien Unveträglichkeit zu attestieren.

Protokoll-Konverter fungieren als Gateway beziehungsweise Bridge zwischen LAN und Mainframe, modernere Terminalserver verfügen über genügend Leistungsüberschuß und Speicherplatz um Serverfunktionen (zum Beispiel zwischen Ethernet-Protokoll und SNA/SDLC-Protokollen) mit zu übernehmen. Als Terminalkomponenten kommen Mikros, Minis, kleinere Mainframes in Frage. Mittels LAN-Gateways oder -Bridges ist die Kommunikation zwischen diesen Komponenten aber auch der Zugriff auf Systeme des Marktführers IBM gewährleistet.

Eine weitere Alternative in Sachen 3270-Bildschirmterminal-Beschaffung soll hier nicht unerwähnt bleiben. Altere 3270-Netzkonfigurationen auf der Basis von IBM-BSC-Protokollen und älteren Zugriffsmethoden weichen immer mehr der SNA/ SDLC-Philosophie unter VTAM-Access. Dabei wird häufig der Austausch älterer Steuereinheiten mit erheblichen Kosten notwendig. Austausch aller Bildschirmgeräte einschließlich Printer und Terminalsteuereinheiten, nur weil das Protokoll zwischen Steuereinheit und Host ein anderes ist?

Ein Konverter, placiert zwischen der zumeist noch zuverlässigen funktionierenden alten Hardware und dem Host oder Front-End-Prozessor unter SNA/SDLC, eliminiert erhebliche Hardware-Investitionen.