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18.04.2005

"Es reicht nicht, einfach nur Profile zu verschicken"

Svenja Hofert
Wer als IT-Gründer erfolgreich sein möchte, muss viele Fallstricke meiden. Svenja Hofert sprach für die COMPUTERWOCHE mit Peter Brenner.

CW: Was ist Ihre Erfahrung: Wie gründen ITler?

Brenner: Die meisten sind Einzelkämpfer. Sie arbeiten als Projektmitarbeiter oder im Bereich IT-Dienstleistungen. Viele sind Freiberufler.

CW: Wie wird zwischen einem Freiberufler und einem Unternehmer unterschieden?

Brenner: Die Unterscheidung zwischen Freiberufler und Gewerbetreibendem ist nach wie vor ein großes Thema. Es reicht nicht, sich "Freelancer" zu nennen, denn letztendlich entscheidet das Finanzamt über den Status. Deshalb ist es wichtig, von Anfang an die richtige Strategie zu verfolgen. Der Firmenname muss schon nach Freiberuflichkeit riechen. Projektleiter und DV-Berater sind als Berufsbezeichnungen gefährlich, denn sie implizieren eine gewerbliche Tätigkeit. Trainer dagegen sind grundsätzlich freiberuflich tätig.

CW: Welche weiteren Fallstricke drohen Freelancern?

Brenner: Die leidige Rentenversicherungspflicht. Wer innerhalb eines Jahres nur von einem Auftraggeber Honorar bezieht und nicht mindestens ein Sechstel dieses Umsatzes bei einem anderen Auftraggeber erwirtschaftet, kann von der Bundesanstalt für Angestellte, der BfA, als rentenversicherungspflichtig eingestuft werden. Das kann bedeuten, pro Monat rund 500 Euro in die Rentenkasse zu zahlen.

CW: Was macht Gründer erfolgreich?

Brenner: Gutes Telefon-Marketing in eigener Sache. Sie müssen präsent sein, gekonnt nachfassen, Interesse zeigen. Es reicht nicht, einfach nur Profile zu verschicken. Komischerweise ist die Hemmschwelle, das richtige Verkaufen zu lernen, sehr hoch. Darüber hinaus sind erfolgreiche Gründer auch solche, die Trends erkennen und für sich nutzen. Sie wissen, was sie in den nächsten Jahren anbieten können, und entwickeln sich permanent weiter. Nicht zuletzt sind erfolgreiche Gründer auch gut beratene Gründer. So gibt es vom Bundesamt für Außenwirtschaft Zuschüsse in Höhe von 50 Prozent für die Beratung vor der Gründung und in den folgenden zwei Jahren, die auch Nicht-Arbeitslose erhalten können.

CW: Sind erfolgreiche Gründer Nischenanbieter oder Alleskönner?

Brenner: Alleskönner können nichts richtig. Aber auch eine zu enge Nische kann gefährlich sein Erfolgreiche Gründer haben mindestens zwei Gebiete, auf denen sie sich gut auskennen. Außerdem orientieren sie sich an aktuellen Trends und bilden sich weiter.

CW: Was machen die meisten Gründer falsch?

Brenner: Sie delegieren nichts und machen alles selbst. Sie vergeuden damit wertvolle Arbeitszeit für Sekretariats- und Buchhaltungsaufgaben. Mein Rat: Geben Sie ab und leisten Sie sich gegebenfalls einen Angestellten.