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30.05.1997 - 

Kolumne

"Es wird weiter gestrickt"

Seit nunmehr zehn Jahren schlagen sich IT-Manager mit dem Client-Server-Modell herum. Nur um jetzt in einer Studie von Bloor Research (siehe Seite 9) zu hören, daß dieser Ausflug in die verteilte Datenverarbeitung zwar "historisch notwendig" war, aber in der Geschichte der unternehmensweiten Datenverarbeitung nur ein relativ kurzes Intermezzo darstellt. Jetzt, da die Performance-Engpässe auf den Mainframes alter Prägung durch mehr CPU-Power und Cluster-Technologie aufgelöst seien, hält es Bloor für an der Zeit, zu einem zentralen IT-Ansatz zurückzukehren.

Obwohl die meisten IT-Verantwortlichen in Unternehmen ob des erneuten Paradigmenwechsels aufstöhnen dürften, hält der Analyst diese Rückbesinnung angesichts der technischen Entwicklung (Internet, Java, NCs) für unvermeidlich. Darüber hinaus sei sie wünschenswert, weil sie wirtschaftlicher sei als der dezentrale Ansatz und auf vernünftigen Architekturprinzipien beruhe. Nur wenn das unternehmensweite Netz mit allen darin befindlichen Rechnern, Peripheriegeräten und Software als eine einzige Ressource begriffen werde, sei das möglich, was durch Client-Server-Computing erreicht werden sollte, aber nicht gelungen sei: jedem Anwender alle IT-Funktionen in kontrollierter Art und Weise zur Verfügung zu stellen. Das heißt, der Anwender kann die Funktionen nutzen, ohne zuerst seinen vernetzten PC anders einrichten zu müssen.

Bloor´s differenzierte Betrachtung verdammt die verteilte Datenverarbeitung nicht. In vielen Unternehmen werde sie weiterhin existieren. Im Endeffekt geht es der Studie darum, unternehmensweite Datenverarbeitung aus der richtigen Perspektive zu betrachten, sie wieder in Beziehung zu setzen zu den Geschäftszielen eines Unternehmens. Von daher ist ein zentraler Ansatz - welche DV-Funktionen braucht das Unternehmen als ganzes - richtig. Ob aber eine zentrale Datenverarbeitung und nicht nur eine zentrale Organisation, das Ziel, jedem Anwender jede Funktion zur Verfügung zu stellen, leichter erreichbar macht, bleibt offen. Schließlich hätte Bloor´s These nur dann Gültigkeit, wenn sich die für sein Konzept notwendige Middleware so weiterentwickelt wie angenommen. Aber auch daran stricken die Entwickler bereits seit einem Jahrzehnt - mit durchwachsenem Erfolg.