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24.05.2002 - 

Neuer Studiengang für Praktiker

Essen bildet Sicherheitsexperten aus

ESSEN (CW) - Diplomierte Informatiker sind für Berufe in der IT-Sicherheit aufgrund der theoretischen Studieninhalte oft überqualifiziert. Gefragt sind IT-Sicherheitsexperten, die solide mathematische und informatische Grundlagen gleichermaßen mitbringen. Solche Datensicherheits-Experten gehen jetzt aus dem Bachelor-Studiengang Mathematical Engineering der Universität Essen hervor.

Seit dem Wintersemester 1999/ 2000 bildet das Institut für Experimentelle Mathematik (IEM) der Universität Essen mit dem Bachelor-Studiengang Mathematical Engineering in dreieinhalb Jahren Studenten unter anderem für den Bereich der Datensicherheit berufsqualifizierend aus. Das interdisziplinäre Studium vermittelt solide mathematische und informatische Grundlagen sowie Spezialwissen in einem der möglichen Vertiefungsgebiete Datensicherheit, numerische Simulation oder Beherrschung verteilter Systeme. In einem dreimonatigen Pflichtpraktikum setzen die Studenten die erlernte Theorie in die Praxis um und lernen potenzielle Berufsfelder kennen. Diese liegen vor allem im Bereich der IT-Sicherheit.

So betreut die Gelsenkirchener CV Cryptovision GmbH, Spezialist für Verschlüsselungsverfahren auf Basis elliptischer Kurven, zurzeit den ersten Praktikanten des Mathematical Engineering-Studiengangs. Holger Fey hat sich wie viele andere seiner 90 Kommilitonen auf den Studienschwerpunkt Datensicherheit spezialisiert und setzt sein mathematisches Know-how innerhalb eines Projektes um. In diesem Rahmen implementiert Fey Algorithmen auf Mikroprozessoren für Smartcards, die heute zur Personenidentifikation, sicheren E-Mail-Verschlüsselung und für die elektronische Unterschrift benötigt werden. Diese mathematischen Verschlüsselungstechnologien ermöglichen den abhör- und fälschungssicheren Transport von Daten über öffentliche Netze. "Absolventen wie Holger Fey werden in Zukunft verstärkt benötigt", so Uwe Krieger, Leiter des Bereichs Research bei Cryptovision. Der ideale Mitarbeiter für diesen Bereich habe eine solide wissenschaftliche Ausbildung, er könne eigenständig Probleme bearbeiten, beherrsche das mathematische Handwerk und habe ein Gefühl für die Technik. "Er weiß, was realisierbar ist und was nicht", so Krieger weiter.

Auch Professor Gerhard Frey, Lehrstuhlinhaber und Leiter der Arbeitsgruppe Zahlentheorie am IEM, sieht den steigenden Bedarf an Verschlüsselungsexperten: "Große Unternehmen mit komplexen Systemen und hohen Sicherheitsanforderungen benötigen individuelle Lösungen. Diese sollen unsere Absolventen liefern."

Inhalte des Vertiefungsgebiets "Datensicherheit" sind die anwendungsbezogene Zahlentheorie, Numerik und Statistik sowie Kryptografie, Codierungstheo-rie und die Verlässlichkeit von Rechensystemen. "Mathematical Engineering ist ein relativ kurzes, berufsqualifizierendes Studium. Man entscheidet sich früh für eine Spezialisierung und damit für den Bereich, in dem man später arbeiten möchte", betont Praktikant Fey. (hk)

Mathematical EngineeringPraxisorientierter Bachelor-Studiengang an der der Universität Essen mit einer Regelstudienzeit von sieben Semestern.

- Zugangsvoraussetzungen: allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife oder äquivalenter Bildungsnachweis

- Studienplatzvergabe: Zurzeit gibt es keine Zulassungsbeschränkung

- Studienabschluss: Bachelor of Science (B. Sc. Math. Engin.)

- Studieninhalte: Praktische Informatik; Grundlagen und anwendungsbezogene Bereiche der Mathematik

- Vertiefungsgebiete: Datensicherheit, numerische Simulation und Beherrschung von verteilten Systemen (Verkehrswesen und Automatisierung)

- Externes dreimonatiges Praktikum in einem Unternehmen

- Interdisziplinäre Abschlussarbeit

Der Studiengang wird Interessierten empfohlen, die zu mathematischen und naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen fähig sind. Man sollte in der Lage sein, komplizierte Probleme mit Ausdauer zu analysieren und zu lösen. Ein auf den Bachelor aufbauender, dreisemestriger Masterstudiengang "Wissenschaftliches Rechnen" ist beim Bildungsministerium beantragt.