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03.12.1999 - 

Thema der Woche/Auch der Mannesmann-Aufsichtsrat lehnt die Vodafone-Offerte ab

Esser stellt den Aktionären satte TK-Gewinne in Aussicht

DÜSSELDORF (CW) - In der Übernahmeschlacht zwischen Vodafone Airtouch und Mannesmann kommt es zum erwarteten Showdown. Nachdem der Aufsichtsrat des Düsseldorfer Mischkonzerns den Beschluß des Vorstands, das Übernahmeangebot der Briten abzulehnen, offiziell unterstützt hat, liegt die Entscheidung nun bei den Aktionären.

Mit dem Rückhalt des eigenen Aufsichtsrats startete Mannesmann-Vorstandschef Klaus Esser bereits am Montag dieser Woche zu einer zweiwöchigen Informationstour, um an allen wichtigen Börsenplätzen die Analysten und Investoren von der Richtigkeit der eigenen Strategie eines integrierten TK-Anbieters zu überzeugen. Tags zuvor hatte das oberste Mannesmann-Gremium die Entscheidung des Vorstands, das Übernahmeangebot von Vodafone Airtouch abzulehnen, einstimmig unterstützt.

Erste Station von Esser sowie zahlreichen hochrangigen Managern, darunter Mannesmann-Arcor-Chef Harald Stöber, war London. Um quasi in der Höhle des Löwen die mehrheitlich einer Übernahme von Mannesmann durch Vodafone zugeneigten Analysten zu beeindrucken, hatten die Deutschen bis dato nicht veröffentlichte Zahlen und Prognosen in ihrem Gepäck. So soll bis zum Jahr 2003 die gesamte TK-Sparte des Konzerns das Ergebnis vor Steuern jährlich um 30 Prozent steigern.

Festnetzaktivitäten sollen tragende Säule werden

Bis 2009 plane man allein im Telefon-Festnetzgeschäft und in der Daten-Internet-Kommunikation bei den Tochtergesellschaften Arcor und Infostrada einen Umsatz von mehr als 30 Milliarden Mark - schwarze Zahlen inklusive. Dazu soll der neue, erst vor zwei Wochen gegründete Geschäftsbereich Telecommerce, in dem die gesamten Internet-Dienstleistungen gebündelt wurden, schon in zwei Jahren einen Umsatz von knapp einer Milliarde Mark beisteuern. Diese Ernte wolle man, so Esser, "für die Aktionäre in die Scheuer fahren".

Die ersten Reaktionen am Finanzplatz London waren dennoch eher zugeknöpft. Es blieben noch einige Fragen offen, hieß es unter den Analysten. Hinter vorgehaltener Hand wurde aber vielfach zugegeben, daß Esser mit dem Auftritt seines Management-Teams und der dedizierten Auffächerung seiner Strategie Boden gutgemacht hat. Der Mannesmann-Vorstand habe gezeigt, daß er nicht nur den Vodafone-Angriff abwehren wolle, sondern von seiner eigenen Vision überzeugt sei.

Vodafone selbst reagierte enttäuscht auf die Ablehnung seiner Übernahmeofferte durch den Mannesmann-Aufsichtsrat. Man werde nun den Mannesmann-Aktionären "so bald wie möglich" das offizielle Angebotsdokument zuleiten. Experten rechnen damit, daß beide Konzerne in den kommenden Wochen ihre bereits angelaufenen Anzeigen- und PR-Aktivitäten massiv ausweiten werden, um Analysten und Investoren jeweils auf ihre Seite zu ziehen. Mit einer Entscheidung, wer letztlich das Rennen macht, ist aber nicht vor Ende Januar zu rechnen. Nach dem momentanen Stand der Dinge dürften die Chancen 50 zu 50 stehen.