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08.08.1975

Etatposten Zentraleinheit

Eigentlich ist alles gesagt - seit Jahren schon. Fachpublikationen und Manager-Zeitschriften haben berichtet, es gab zahlreiche Werbeprospekte, und die Vertriebsbeauftragten hatten schließlich doch Termine.

Daß man beim Etatposten Zentraleinheit sparen kann, ist reichlich bekannt. Darum also geht es nicht, vielmehr um die Frage, warum so wenig EDV-Chefs tatsächlich den oder die Schritte wagen: Leasing, Kauf, Gebrauchtcomputer-Einsatz, Fremdspeicher-Aufstockung - oder gar als Krönung des Ganzen: Zurück zur gebraucht gekauften 360 mit Fremdspeicher.

Mut oder Leichtsinn?

Überraschend, daß die zwei EDV-Chefs der Seite 1 ("Zweimal zurück zur 360") erst 32 beziehungsweise 36 Jahre alt sind. Haben die Jüngeren mehr Mut? Sind sie leichtsinnig?

Andererseits: "Oldtimer" Gustav Knörzer (51), seit Lochkarten-Zeiten dabei, - als der ADL noch Arbeitsgemeinschaft der Lochkartenfachleute hieß - hat schon 1971 im großen Stil Mixed Hardware eingesetzt, langjährig eine gebrauchte 360/50 geleast und hat jetzt eine 370/158 im Leasing. Mittlerweile hat er seinem Unternehmen, der Württembergischen Metallwarenfabrik, nachweislich Millionen eingespart. Und er hat immer noch die Mentalität und das Lachen kontaktfreudiger Mitt-Dreißiger.

Eine Frage des Alters ist es nicht, vielmehr eine Frage der Mentalität.

Es ist schon was dran, daß die EDV einstmals eine Art Hexenkunst war. Ganz geheuer ist sie auch heute noch nicht. Alles mögliche könnte passieren. Man weiß nie, woran man ist und ob nicht im nächsten Moment alles zusammenbrechen kann, - ein Alptraum, der manchen braven EDV-Mann gelegentlich um den Schlaf bringt.

Das war ganz früher gewiß so, die Wahrscheinlichkeit solcher Katastrophen wurde von Generation zu Generation geringer, sie ist heute noch immer da. Aber beispielsweise der Anschluß von steckerkompatiblen, hochintegrierten Mosfet-Fremdspeichern ist statistisch erwiesenermaßen problemloser als der Betrieb eines Staubsaugers.

Man will es nur noch nicht glauben und fürchtet alles, was zusätzliches Risiko bringt. Geht in reinrassigen Systemen neuesten technologischen Levels etwas kaputt, dann ist es quasi - gottgewollt und keinerlei Schuldfrage wird aufgeworfen. Wohl dem, dessen Verhältnis zum omnipotenten Hersteller ungetrübt ist. Es klebt sich dann besser am Sessel. Wer jedes Risiko scheut, wird notfalls auch Millionen verschenken.

Auch das ist alles schon gesagt worden. Die mit der anderen Mentalität haben es nur zur Kenntnis genommen.

Angst vor dem Fortschritt?

Das zweite Argument - neben der Angst vor dem großen Zusammenbruch ist die Überzeugung, Langfristbindungen könnten in einer technologisch so schnellebigen Branche nicht eingegangen werden. Aber wie schnell kommt eigentlich der Fortschritt?

Auch früher hat es seine Zeit gedauert: Von den ersten verdichteten Branchen-Gerüchten - bis zur Ankündigung - bis zur Systemauslieferung in den USA - bis zur Pilotinstallation hierzulande - bis zur eigenen Order - bis zur endgültigen Umstellung.

Nichts, aber gar nichts spricht dafür, daß sich dieses gar nicht so schnelle bisherige Tempo beschleunigen wird. IBM hat gerade das "Future System" zurückgestellt. Wieviel Jahre wird es dauern, bis Sie Ihre nächste CPU der nächsten Generation installiert haben werden?

Zwischenzeitlich könnte man am Etatposten Zentraleinheit ganz erheblich sparen. Je nach Mentalität wähle man sein eigenes Risiko, - und damit das Ausmaß der Einsparungen. Vom Leasen der "eigenen", bereits installierten und eingefahrenen Zentraleinheit bis hin zur Lösung mit großen 360-Systemen und 370-DOS/VS emulierender System-Software.