Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Schonfrist oder Schlussakkord?

EU geht gegen französische Staatshilfen für Bull vor

05.12.2003
MÜNCHEN (CW) - EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti klagt Berichten zufolge vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die finanzielle Unterstützung des französischen Staates für die Groupe Bull. Bekommt Monti Recht, droht dem Computerbauer die Pleite.

Hintergrund für die Klage war ein "Notfall"-Kredit in Höhe von 450 Millionen Euro, der dem angeschlagenen IT-Konzern im vergangenen Jahr gewährt worden war. Wettbewerbskommissar Monti hatte der Kapitalspritze nur unter der Bedingung zugestimmt, dass das Geld im Juni 2003 zurückgezahlt wird. Da dies aller Voraussicht nach den Bankrott von Bull bedeutet hätte, verzichtete der französische Staat im Sommer auf die Einforderung des Geldes. Laut EU-Wettbewerbsrecht dürfen Unternehmen nur einmal in zehn Jahren öffentliche Kredite für Restrukturierungsmaßnahmen in Anspruch nehmen. Bull soll jedoch 1993 und 1994 bereits insgesamt etwa 1,3 Milliarden Euro für die Sanierung bezogen haben.

Weil sich das Verfahren über mindestens ein Jahr hinziehen kann, werten Beobachter die Klage als eine Schonfrist für den mit mehr als 720 Millionen Euro verschuldeten Computerbauer. Sollten sich die Geschäfte in der Zwischenzeit stabilisieren, könnte die EU-Kommission nur schwer auf einer Position beharren, die letztlich zum Bankrott führen würde. Am 20. November hatte Bull einen Rettungsplan vorgestellt, dem die Wettbewerbsbehörde zustimmen muss. (ajf)