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11.10.2005

EU-Kommission verpasst Microsoft einen Aufpasser

Der britische Sicherheitsexperte Neil Barrett soll für die Umsetzung der Auflagen sorgen.

Neelie Kroes, Wettbewerbskommissarin der Europäischen Kommission, hat den Experten für Computersicherheit und -kriminalität Neil Barrett mit der Überwachung von Microsoft beauftragt. Der promovierte Informatiker soll prüfen, ob der Softwarekonzern die vor über einem Jahr von der europäischen Wettbewerbsbehörde verhängten Sanktionen einhält.

Barrett fungiere in erster Linie als technischer Berater, hieß es von Seiten der Behörde. Als solcher bringe er die notwendigen Voraussetzungen mit: Er sei unabhängig von Microsoft und verfüge über die notwendige technische Qualifikation.

Die EU-Kommission hatte vor eineinhalb Jahren wegen des erwiesenen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung ein Bußgeld von knapp einer halben Milliarde Euro gegen Microsoft verhängt. Außerdem wurde angeordnet, Microsoft müsse eine Windows-Version ohne den ansonsten standardmäßig integrierten "Media Player" auf den Markt bringen sowie Schnittstelleninformationen preisgeben, die es Wettbewerbern erlauben, ihre Systeme kompatibel zur Microsoft-Welt zu machen.

Während der weltgrößte Softwarekonzern der Forderung nach einem abgespeckten Windows-System mittlerweile nachgekommen ist, verschleppte sich die Schnittstellenproblematik. Das Klima zwischen der EU und Microsoft wurde in den zurückliegenden Monaten zunehmend frostiger. Im Frühjahr 2005 warfen die EU-Politiker dem Softwarehersteller eine Hinhaltetaktik vor. Auf ein von den Behörden gesetztes Ultimatum ging Microsoft erst wenige Tage vor Ablauf ein. Zwischenzeitlich kündigte Kroes an, weitere Beschwerden gegen den Konzern prüfen zu wollen.

Viele Konkurrenten Microsofts zweifeln am Erfolg der Sanktionen. Die EU-Kommissarin will sich jedoch durch die Verzögerungstaktik nicht verunsichern lassen. "Ich bin zuversichtlich, dass Professor Barrett einen ausgezeichneten Job machen wird", gab sie ihrem Berater mit auf den Weg. Die Marschrichtung ist eindeutig. Barretts Aufgabe sei es zu prüfen, nicht zu vermitteln.

Microsoft, dessen CEO Steve Ballmer persönlich von Kroes informiert wurde, kommentierte die Maßnahme betont förmlich. Man begrüße die Ernennung Barretts und werde konstruktiv mit ihm zusammenarbeiten, um die Entscheidung der EU in vollem Umfang umzusetzen, erklärte ein Microsoft-Sprecher. (ba)