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15.08.2003 - 

E-Government/Data Warehouse hilft in der Thüringer Aufbaubank bei den Berichten nach Brüssel

EU verlangt Rechenschaft über ihr Geld

Brüssel vergibt die begehrten EU-Gelder nur gegen strenge Auflagen. So verlangen die EU-Beamten von den regionalen Mittelverwaltern elektronische Berichte, die über die Verwendung Auskunft geben und die Erfolgskontrolle erleichtern. Die Thüringer Aufbaubank entwickelte dafür ein Reporting-System. Von Torsten Matthies und Ulrike Korn*

Die europäischen Strukturfondsmittel unterliegen seit Beginn der laufenden Förderperiode einer strengeren Kontrolle. Das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Infrastruktur hat rasch gehandelt und die Thüringer Aufbaubank (TAB) veranlasst, ein Berichtssystem zu entwickeln, das eine zentrale, einheitliche Datenhaltung bis auf Einzelprojektebene gewährleistet.

Die Aufbaubank in Erfurt hat eine wichtige Funktion für die wirtschaftliche Entwicklung Thüringens: 1992 wurde sie als Förderbank des Freistaats gegründet und unterstützt kleinere und mittlere Unternehmen durch Vergabe von Zuschüssen oder zinsgünstigen Darlehen im Auftrag der Landesregierung. Von der TAB als Förderbank des Landes werden zirka 60 Prozent der Mittel aus dem Europäischen Regionalfonds (EFRE) bewirtschaftet und ausgezahlt.

Gemäß der neuen Strukturfondsverordnung bezeichnen die EU-Mitgliedstaaten für jedes Programm eine Verwaltungsbehörde, die für die Ausführung, die ordnungsgemäße Verwaltung und die Wirksamkeit des Programms verantwortlich ist. Dazu gehören unter anderem die Sammlung statistischer und finanzieller Angaben, die Erstellung der Jahresberichte und deren Übermittlung an die Kommission sowie die Organisation der Halbzeitbewertung.

Dazu fordert die Europäische Kommission vom verantwortlichen Wirtschaftsministerium eine zentrale, einheitliche Datenhaltung für die Förderung bis auf Einzelprojektebene sowie ein System, das statistische Daten und die Indikatoren für die Bewertung und Begleitung enthält. Zudem müssen bisher in Papierform gelieferte Berichte elektronisch zur EU übertragen werden können. Auch bei sämtlichen Zahlungsanträgen soll der bidirektionale Datenaustausch mit der Kommission gewährleistet sein - ähnlich dem Zahlungsverkehr zwischen Banken.

Herzstück des neu entwickelten Systems der TAB ist ein auf der Technik des Herstellers SAS beruhendes Data Warehouse. In ihm sind die Projektdaten etwa über Antragsteller, Vorhaben, Bewilligung und Finanzen gespeichert. Sie werden mit den Stammdaten über Programme, Maßnahmen, Richtlinien, Fördergegenstände, Investitionsarten oder Meldestellen, den zentralen Plan- und Steuerdaten sowie den Indikatoren für die Erfolgskontrolle zusammengeführt. Dies garantiert eine konsistente Datenbasis. Eine Schnittstelle zur EU-Datenbank ermöglicht den reibungslosen elektronischen Austausch der Informationen. Eine effiziente Analyse- und Reporting-Lösung stellt darüber hinaus sicher, dass heterogene Daten verknüpft und aufbereitet werden können: Bekommt beispielsweise ein Jungunternehmer die gewünschten Zuschüsse, werden die Daten aus dem Data Warehouse automatisch in die entsprechenden Reports eingefügt, mit denen das Land der EU über die Verwendung der Mittel berichtet, Zahlungen anfordert und auf Grundlage der bewilligten Projekte den Mittelbedarf prognostiziert.

Völlig neue IT-Strukturen

Die TAB hat ein System entwickelt, das die strengen Anforderungen der EU an die Berichte erfüllt und zugleich allen beteiligten Stellen Zeit und Kosten bei der Verwaltung der Förderanträge spart. Sie konnte mit Hilfe der SAS-Lösung innerhalb kurzer Zeit völlig neue IT-Strukturen schaffen, mit denen das Land beim Reporting an die EU beachtliche Effizienzsteigerungen erreicht.

In puncto Data Warehousing ist die Anlagebank in Erfurt kein Neuling. Schon seit 1998 ist für die Berichterstattung an das Thüringer Wirtschaftsministerium ein Informationssystem auf Basis eines Data Warehouse im Einsatz. Die hierbei gemachten Erfahrungen bildeten die Grundlage für das EU-Reporting-Projekt. Das neue Berichtssystem sollte für das Land Thüringen alle Daten aus den heterogenen Quellen zusammenführen und sie zeit- und kostensparend auswerten.

Offene Konzeption

Die Business-Intelligence-Software wurde zum Beispiel für die Datenbereinigung und -aufbereitung, die Entwicklung von Auswertungsprogrammen oder den Austausch der Daten über einen Web-Browser eingesetzt. Seit fünf Jahren bereits arbeitet die Bank mit diesen Lösungen. Deswegen war es für sie selbstverständlich, neben ihrem internen Data-Warehouse-basierenden Informationssystem jetzt auch das Berichtssystem für die EU mit SAS zu realisieren. Auf dieser Basis können die Mitarbeiter im Wirtschaftsministerium schnell und flexibel die Reports erstellen, Dateninkonsistenzen sofort erkennen und die Datenstruktur bei einer Änderung der Förderpolitik einfach anpassen.

Dank diesem Projekt gehört Thüringen zu den ersten deutschen Bundesländern, die die Anforderungen der EU-Kommission auf diesem Stand der DV-Unterstützung erfüllen. Mit dem neuen Berichtssystem kann das Thüringer Wirtschaftsministerium die Vergabe der Fördermittel erheblich effizienter steuern und kontrollieren. Hinzu kommt, dass das Data-Warehouse-Projekt zwischen dem Thüringer Wirtschaftsministerium und der TAB zukunftsfähig ist: Durch die offene Konzeption können ohne Probleme neue Förderprogramme aufgenommen werden, weitere Meldestellen über die Web-Anwendung auf die Daten zugreifen und eigene Auswertungen erstellen. (bi)

*Torsten Matthies ist Leiter EDV/Organisation und Ulrike Korn Projektleiterin bei der Thüringer Aufbaubank in Erfurt.

Angeklickt

- Die Thüringer Aufbaubank (TAB) hat ein Berichtswesen entwickelt, das eine zentrale, einheitliche Datenhaltung bis auf Einzelprojektebene gewährleistet.

- Das neue Berichtssystem soll für das Land Thüringen alle Daten aus den heterogenen Quellen zusammenführen und sie zeit- und kostensparend auswerten.

- Thüringen erfüllt als erstes Bundesland die Anforderungen der EU-Kommission.