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16.06.1989 - 

Industriemäßige Software-Entwicklung soll gefördert werden:

Eureka-ESF macht Software zur Ware

BONN (pi) - Die Eureka Software Factory (ESF) soll nach dem Willen der politisch Verantwortlichen die industriemäßige Erstellung von Software einen wesentlichen Schritt voranbringen. Im Rahmen der Eureka-Initiative haben sich zehn Unternehmen und drei Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen, um die ESF zu realisieren.

Das Bundesministerium für Forschung und Technologie sieht für ,das Eureka-Projekt im speziellen und den wachsenden Software-Markt im allgemeinen einen Softwarestau anwachsen. Das Problem entstehe, weil Software im Normalfall für jede Anwendung neu geschrieben werden müsse, oder aber das Zusammenfügen bereits vorhandener Teile mit Schwierigkeiten verbunden sei.

Hier soll die Eureka Software Factory konkrete Abhilfe bieten, wobei der Begriff "Factory" nach Mitteilung des ministeriellen Pressereferates ausdrückt, daß ein Produktionsprozeß für die Software-Erstellung ermöglicht werden soll, der mit der Herstellung anderer Industriegüter vergleichbar ist.

Insbesondere die Entwicklung von Schnittstellen und Standards erfordert in diesem Bereich ein ausgeklügeltes Management. Hierfür wurde in Berlin im Rahmen des Projektes eine zentrale Stelle geschaffen, das Technical and Administrative Team. Hier werden Spezifikationen und Standards ausgearbeitet, ihre Einhaltung überwacht und die Ergebnisse abgenommen. Die Zahl der Mitarbeiter beträgt derzeit 15, soll aber auf 40 steigen.

Partner des ESF-Projektes sind in der Cap-Gemini-Gruppe Sogeti, Matra, Sema Matra und das Forschungsinstitut Inria in Frankreich, ICL in Großbritannien, LM Ericsson und Telelogic in Schweden, Norsk Data und das Center for Industrial Research in Norwegen, sowie aus der Bundesrepublik die AEG mit Unterauftrag an die RWTH Aachen und PSI, die Nixdorf Computer AG, Softlab und die Universität Dortmund mit Unterauftrag an die STZ.

Die Gesamtkosten für das ESF werden bei einer zehnjährigen Perspektive auf etwa 300 Millionen Mark geschätzt. In einer ersten Tranche hat der Bundesminister für Forschung und Technologie den deutschen Partnern bis zum Frühjahr 1990 etwa 17 Millionen Mark zur Verfügung gestellt - die industriellen Eigenleistungen liegen bei 22 Millionen Mark für diesen Zeitraum.