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07.01.1994

Euro-Label soll Kompatibilitaet zum neuen EU-Standard signalisieren Bei der Umstellung auf Euro-ISDN hinkt die Telekom noch hinterher

BRUESSEL (hi) - Zumindest offiziell besitzt die Alte Welt seit dem 1. Januar 1994 ein paneuropaeisches digitales Telefonnetz. Mit Euro-ISDN haben die Staaten der EU erstmals ein einheitliches schnelles Netz, das neben hoeherem Telefonkomfort auch die Moeglichkeit des Hochgeschwindigkeits-Datentransfers bietet.

Theoretisch koennen die Europaeer seit Jahreswechsel ueber das schnelle Netz verfuegen, in der Praxis allerdings hapert es noch. Waehrend sich Daenen und Briten bereits ueber eine flaechendeckende Versorgung freuen, muessen sich deutsche Anwender noch bis 1996 gedulden (siehe CW Nr. 52 vom 24. Dezember 1993, Seite 1).

Zwar ist die Telekom mit ueber 260000 ISDN-Anschluessen und einem Umsatz von ueber zwei Milliarden Mark derzeit europaweit Vorreiter in Sachen ISDN, doch mit einer endgueltigen Umstellung des Netzes auf den neuen Standard ist entgegen dem offiziellen Euro-Handbuch "Eurie '93, a User's Guide to Euro-ISDN", das den 1. Januar als Termin nennt, nicht vor Ende April 1994 zu rechnen. Die spaete Migration hindert die Verkaufsbeauftragten der Telekom allerdings nicht daran, ihre digitalen Anschluesse weiterhin an den Mann zu bringen. Nur heisst es in den meisten Faellen, wie veraergerte Kunden berichten, "kein Anschluss" ueber diese Leitung.

Manchmal installiert der Bonner Carrier beim Kunden zwar den neuen Euro-ISDN-Anschluss, die digitale Knotenvermittlungsstelle beherrscht aber nur das proprietaere nationale 1-TR6-Protokoll. Immerhin hat der Anwender in diesem Fall das Glueck, dass er nach der bis zum April geplanten Umstellung der Vermittungstelle, nach einem Vierteljahr Wartezeit am neuen digitalen Euro-TK-Zeitalter partizipieren darf.

Im zweiten Fall sieht es fuer den Benutzer allerdings schlechter aus: Teilweise bekommt er noch den alten 1-TR6-Anschluss verkauft, der, wie Insider munkeln, noch maximal fuenf Jahre unterstuetzt wird. Falls dann die Endgeraete nicht auf das Euro-ISDN-Protokoll Upgrade-faehig sind, ist eine weitere Verwendung nicht moeglich.

Ein zusaetzlicher Fallstrick wartet auf den ISDN-willigen User in Sachen Schnittstellen fuer den Computer: Noch zanken sich die Hersteller, ob denn nun PCI oder CAPI der Weisheit letzter Schluss ist. Zumindest fuer die deutschen Hersteller scheint die Entscheidung bereits gefallen: Fuer 1994 versprechen sie bereits die Version 2.0 des nationalen CAPI-Standards.

Licht in das Dunkel um den Standard-Hickhack 1-TR6 versus Euro- ISDN, PCI (Protocol Control Information) kontra CAPI (Common Application Programming Interface) bringt fuer den User vielleicht eine Initiative der EU. Wie Kurt Koenig, ISDN-Papst bei der DG 13 der EU in Bruessel, berichtet, will die Gemeinschaft demnaechst ein sogenanntes "Euro-Label" verabschieden. Dies soll dann auf allen Geraeten kleben, die wirklich hundertprozentig kombatibel zu den neuen europaeischen Standards in Sachen digitaler Telekommunikation sind.