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Analysten erwarten das Aus für PAD-Dienste


20.11.1992 - 

Euro-Markt für X.25-Dienste wächst bis 1997 um 30 Prozent

FRANKFURT (CW) - Für den EG-Markt der X.25-Paketvermittlungen in den privaten Unternehmen prognostizieren Marktforscher für die nächsten fünf Jahre eine Steigerungsrate von über 30 Prozent. Einer Studie des amerikanischen Marktforschungsinstituts Frost & Sullivan zufolge wird sich dieser Markt von geschätzten 554 Millionen Dollar im Jahr 1992 auf 743 Millionen Dollar 1997 vergrößern. Allerdings falle die Wachstumsrate kleiner aus als in der vergangenen Dekade.

Besonders gute Entwicklungschancen sehen die Marktbeobachter für Deutschland und Spanien sowie für EG-Randländer wie Griechenland und Portugal. Den deutschen Markt schätzen die Auguren von Frost & Sullivan als besonders dynamisch ein. Sie stützen ihre Aussage zum einen auf die großen Gebührensenkungen für Standleitungen, zum anderen auf die Auswirkungen der Wiedervereinigung. Für Deutschland wird eine Umsatzsteigerung von 95 Millionen Dollar im Jahre 1993 auf 141 Millionen Dollar 1997 prophezeit. Obwohl Großbritannien 1993 mit einem Umsatz von 153 Millionen Dollar den Aussagen der Marktbeobachter zufolge den größten nationalen Markt darstellt, gefolgt von Frankreich mit 127 Millionen Dollar, werden die Auswirkungen der Rezession in Großbritannien und Frankreich, die zu einer Verzögerung der Aufträge führen, auf dem Markt deutlich spürbar sein.

Zu den weiteren marktbeeinflussenden Faktoren zählen, so die Auguren, ständig fallende Preise, die aus sinkenden Prozessorkosten resultieren, sowie der Einfluß der Netzwerkservices, die als Alternative zur Erweiterung von Unternehmensnetzen angeboten werden. Außerdem verstärke die langsame Einführung der Frame-Relay- und Breitband -Netze die Unsicherheit der Unternehmen bezüglich ihrer Netzwerke und begünstige ein eher abwartendes Kaufverhalten. Allerdings glauben die Marktbeobachter, daß sich die Unternehmensstrategien 1993 wieder festigen, wenn wettbewerbsfähige X.25-Frame-Relay-Angebote geprüft werden.

Zur Marktsegmentierung nach Produktgruppen bildet das Institut vier Kategorien: große Paket-Vermittlungen mit mehr als 10 000 Packets per second (PPS), mittlere mit 2000 bis 10 000 PPS und kleine Dienste mit bis zu 2000 PPS sowie eigenständige PAD-Lösungen. Die Auguren rechnen mit einem langsamen Rückgang des PAD-Marktes, da die PAD-Funktionen zunehmend in die X.25-Dienste integriert werden. Die größte Steigerungsrate wird für die mittleren Dienste prognostiziert. Eine positive Marktentwicklung erwarten die Analysten auch für die großen X.25-Vermittlungen, deren Volumen von 126 Millionen Dollar heuer bis 1997 auf 188 Millionen Dollar ansteigen wird. Diese Dienste sind, so Frost & Sullivan, Nutznießer der Einführung von Frame-Relay-Backbone-Knoten, die das Internetworking in den Unternehmen vereinfachen.

Allgemein sehen die Marktforscher einen Trend weg von reinen X.25-Lösungen hin zu Hybrid-Netzwerken, die mehr als eine Typologie umfassen und die Möglichkeit der Verbindung zu Netzservices der internationalen Netzbetreiber bieten. Weiterhin ist bei X.25-Anbietern eine starre Nachfrage nach Internetworking-Möglichkeiten mit leitungsvermittelten Plattformen zu beobachten. Mit gefallenen Verarbeitungskosten habe sich auch der Client-Server-Netzbetrieb verstärkte und mit dem Aufkommen verteilter LANs steige die Nachfrage nach Lösungen für das Internetworking zwischen lokalen sowie entfernten Hubs und der X.25-Umgebung. Für die Anbieter sehen die Marktbeobachter Chancen und Gefahren: Sie müssen den Kunden künftig klarmachen, daß sie den jeweiligen Anwenderbedürfnissen gerecht werdende Netzwerkprodukte anbieten können, andernfalls werden die potentiellen Kunden nach Alternativen suchen.