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07.07.1989 - 

Bis 1993 über 200 000 installierte CA-Systeme in europäischen Unternehmen:

Europa auf dem Weg zur Spitze im CAD/CAM-Markt

MÜNCHEN (CW) - Der künftig am stärksten expandierende Markt in Sachen computerunterstützte Technologien für die CA-Bereiche Konstruktion und Fertigung ist Europa. Die bisher als magisch geltende Grenze von 200 000 in der Industrie installierten CAD/CAM-Systemen wird bis 1993 weit überschritten sein, so eine Studie des Marktforschungsinstituts Dataquest.

Das weltweite Umsatzvolumen, das in den letzten fünf Jahren mit CAD/ CAM-Systemen erwirtschaftet wurde, beziffert das Londoner Marktforschungsinstitut auf 27 Milliarden Dollar. Etwa 66 Prozent von dieser Summe gehen auf das Konto der Hardwarehersteller. Der Anteil an Software beträgt 21 Prozent, die restlichen 13 Prozent spielte der Service ein. Künftig soll sich das Verhältnis zugunsten der Software- und Service-Branche verschieben. Gerechnet wird mit einem Hardwareanteil von nur noch 50 Prozent. Der Markt für Software soll dafür um 14 Prozent auf 35 Prozent wachsen. Auch der Servicebereich legt zu, allerdings nur um zwei Prozent.

Den Löwenanteil an der Gesamtsumme von 27 Milliarden Dollar hält Nordamerika mit 56 Prozent. Platz zwei nimmt mit 22 Prozent Umsatzanteil Europa ein. Auf den asiatischen Markt entfallen 20 Prozent, die restlichen zwei Prozent wurden von den übrigen Ländern erwirtschaftet.

Die Gesamtsumme, die in den nächsten fünf Jahren im weltweiten CAD/CAM-Markt erwirtschaftet wird, soll rund 60 Milliarden Dollar betragen. Gegenüber dem von Dataquest ermittelten Umsatzvolumen aus den CA-Einkünften von 1983 bis 1988 ist dies eine Steigerung um 50 Prozent. Auf das Jahr umgerechnet bedeute dies einen weltweiten Umsatz von 12 Milliarden Dollar.

Am stärksten expandieren wird, so die englischen Marktforscher, in den nächsten fünf Jahren der europäische Markt. Ein Wachstum von durchschnittlich acht Prozent pro Jahr sei realistisch. Ausgehend von den 1988 erwirtschafteten 3,7 Milliarden Dollar hätte der europäische CAD/CAM-Markt 1993 ein Volumen von rund 5,4 Milliarden Dollar.

Auch in Asien wird der CAD/CAM-Markt wachsen

Große Wachstumschancen gibt Dataquest auch den asiatischen Ländern. Ihr Umsatzpotential am weltweiten Markt für CA-Systeme soll sich in den nächsten fünf Jahren um sechs Prozent vergrößern. Mit einem Anteil von etwa 26 Prozent würden sich der asiatische und der europäische Markt nahezu die Waage halten.

Der in den letzten fünf Jahren den Takt angebende nordamerikanische Markt zieht bei den Dataquest-Prognosen über die künftige Verteilung des CAD/CAM-Kuchens den kürzeren. Der Anteil des bisherigen Spitzenreiters werde sich bis 1993 um etwa 15 Prozent auf 41 Prozent reduzieren. Gründe dafür nannte das Marktforschungsinstitut nicht.

Bei der regionalen Unterteilung des 1988 im europäischen CAD/ CAM-Markt erwirtschafteten Umsatzes hat die Bundesrepublik mit 32 Prozent den Löwenanteil.

In Zahlen ausgedruckt wurden hierzulande vom Gesamtumsatz im vergangenen Jahr knapp 1,2 Milliarden von den insgesamt in Europa 3,7 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Über 60 Prozent von den 1,2 Milliarden Dollar konnte mit Systemen für den mechanischen Bereich erzielt werden.

Großbritannien konnte sich 21 Prozent vom europäischen CAD/CAM-Kuchen, Frankreich 16 Prozent abschneiden. Italien und Skandinavien erreichten jeweils einen Anteil von zehn Prozent. Die Benelux-Länder konnten acht Prozent von den Gesamteinnahmen einstreichen. Die restlichen drei Prozent teilen sich diverse andere europäische Länder.

Die Zahl der in Europa installierten CAD/CAM-Systeme stieg im Zeitraum von 1987 bis 1988 um 34 000 Stück. Ende 1988 zählte man 106 000 in der europäischen Industrie eingesetzte Anlagen. Gegenüber dem Vorjahr wurden also 48 Prozent mehr CA-Arbeitsplätze in den Konstruktions- und Fertigungsbereichen eingesetzt.

IBM führt den Markt in Europa mit 18 Prozent an

Das größte Geschäft machen die Hersteller seit Jahren mit CA-Systemen für den mechanischen Bereich. Den 1985 weltweiten Umsatz schätzen die britischen Analysten auf drei Milliarden Dollar. Innerhalb von drei Jahren konnte diese Zahl auf sechs Milliarden Dollar verdoppelt werden. Mit CA-Stationen für das elektronische Design wurden im vergangenen Jahr weltweit zwei Milliarden Dollar umgesetzt. Ebenfalls zwei Milliarden Dollar wurden 1988 in den CA-Bereichen Mapping und AEC eingenommen.

Als europäischen Marktführer des Jahres 1988 weist Dataquest IBM aus. Die International Business Machines Corporation habe im vergangenen Jahr etwa 18 Prozent von den insgesamt 3,7 Milliarden Dollar Gesamtumsatz erwirtschaftet. Die Prime Computer belegt mit elf Prozent den zweiten Platz auf der Dataquest-Liste. Digital Equipment und Intergraph schafften je sechs Prozent und Hewlett-Packard, Control Data und Siemens mußten sich mit jeweils drei Prozent begnügen. Die CA-Größen Mentor Graphics und Daisy Systems waren 1988 an den Gesamteinnahmen des europäischen CAD/CAM-Marktes mit jeweils nur zwei Prozent beteiligt, ebenso das Unternehmen Apollo Domain.

Am Ende dieses Jahres wird nach Schätzung des Londoner Marktforschungsinstituts der Umsatzpott des europäischen CAD/CAM-Marktes 4,2 Milliarden Dollar beinhalten. Von 1989 auf 1990 werde das Volumen ebenfalls um eine halbe Milliarde auf 4,7 Milliarden Dollar aufgestockt. Ab 1991 soll dann die Umsatzkurve für ein paar Jahre etwas flacher verlaufen. Gerechnet wird mit einem Anstieg des europäischen CAD/CAM-Volumens von jährlich etwa 0,1 bis 0,2 Milliarden Dollar.

Bis 1993 200 000 CA-Systeme in Europa

Die Zahl der in Europa installierten CA-Systeme soll noch in diesem Jahr auf 130 000 ansteigen. Gegenüber 106 000 Arbeitsplatzstationen im Vorjahr ist dies ein Zuwachs von 23 Prozent. Diese Entwicklung soll bis 1993 kontinuierlich verlaufen. Bestätigt sich diese Analyse, so wird spätestens bis Ende 1993 die bislang als magisch geltende Grenze von 200 000 überschritten sein.

Von der Gesamtzahl der 1988 in Europa installierten CAD/CAM-Systeme waren laut Dataquest zirka 20 000 Workstations. Derzeit seien knapp 30 000 Stück in Betrieb. Bis 1992 soll die Zahl sogar auf 55 000 klettern. Im gleichen Tempo entwickele sich der Markt für CAD/CAM-Systeme auf PC-Basis. 1988 waren in Europa etwa 55 000 Stück am Markt. Am Ende dieses Jahres sollen es nur geringfügig mehr sein. Dataquest rechnet mit knapp über 60 000 PC-Plattformen. Doch in den kommenden drei Jahren soll sich dies grundlegend ändern. Die Branche werde einen Stückzahlanstieg von rund 50 Prozent verzeichnen können. Bereits 1992 sollen in der europäischen Industrie zirka 90 000 PC-basierende CAD/CAM-Systeme in Betrieb sein.

Die Marktbereiche Konstruktion und Mechanik werden laut Dataquest bis 1992 um durchschnittlich elf Prozent wachsen. Der Einsatz von CAD/CAM-Systemen im elektronischen Sektor soll bis 1992 um acht Prozent und der im Leiterplatten-Bereich um sieben Prozent zunehmen. Das größte Wachstum, nämlich 14 Prozent, prophezeit man dem Bereich, in dem das Facilities-Design zur Anwendung kommt. Die schlechtesten Aussichten in bezug auf das Wachstum sieht Dataquest im Sektor der Schaltungsentwicklung. An dem 1988 in Europa erreichten Umsatz in Höhe von zirka 100 Millionen Dollar soll sich im Laufe der nächsten vier Jahre kaum etwas ändern.