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15.10.2004

Europa auf der Überholspur

Europäische Unternehmen holen in puncto IT-Einsatz und -Innovationen gegenüber den USA auf.

Europa hinkt nicht länger hinterher", konstatiert Jed Rubin, Program Director bei der Meta Group. Mit drei Prozent stiegen die IT-Ausgaben in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (Emea) in diesem Jahr ebenso stark wie jene in Nordamerika. Für 2005 prognostiziert das US-amerikanische Marktforschungs- und Beratungshaus sogar eine Zunahme um fünf Prozent in Emea und vier Prozent in Nordamerika.

Noch im Jahr 2000 stellten sich die Verhältnisse völlig anders dar. Damals fielen die Zuwächse auf dem alten Kontinent weit geringer aus als in den Vereinigten Staaten, erläutert Rubin, der das IT-Benchmark-Programm der Meta Group verantwortet. Während US-amerikanische Firmen stark in Technologie investierten, agierten die Europäer eher zurückhaltend. Gemessen am Umsatz gaben sie 38 Prozent weniger aus; pro Mitarbeiter lag der Anteil der IT-Investitionen um 32 Prozent niedriger. Rubin: "Europa hat diesen Rückstand aufgeholt." Der Anteil der IT-Ausgaben liege nun auf ähnlichem Niveau wie in Nordamerika, pro Mitarbeiter investierten die Europäer sogar neun Prozent mehr.

Von besonderem Interesse für hiesige IT-Manager dürfte die Verteilung der Ausgaben auf die "strategischen Kategorien" Run, Grow und Transform sein. Derzufolge geben europäische Unternehmen 18 Prozent ihrer IT-Budgets für Systeme aus, die neue Geschäftsmodelle unterstützen (Transform). In Nordamerika liegt der Anteil nur bei 13 Prozent. Die IT für den laufenden Geschäftsbetrieb (Run) kostet US-Unternehmen hingegen 66 Prozent ihrer Finanzmittel gegenüber 60 Prozent in Europa. Betrachtet man die IT-Unterstützung des organischen Unternehmenswachstums (Grow), liegen Europa und Nordamerika nahezu gleichauf.

Einigen europäischen Unternehmen sei es besser gelungen, IT- und Business-Strategien in Einklang zu bringen, erklärt Rubin die Entwicklung. Sie investierten deshalb mehr in neue Geschäftschancen als ihre US-Pendants und gäben weniger für das operative Geschäft aus. Dies gelte besonders für Firmen aus den Bereichen Finanzdienstleistung, Telekommunikation und IT.

Die Meta Group stützt sich auf eine jährliche Befragung von 1700 der größten Privatunternehmen. Demnach belaufen sich die weltweiten IT-Investitionen in diesem Jahr auf knapp 920 Milliarden Dollar, eine Steigerung um vier Prozent. Im nächsten Jahr sei mit einem Wachstum um weitere fünf Prozent zu rechnen. Mehr als die Hälfte der erfassten Ausgaben entfällt auf die Gruppe Emea, die wiederum zu 95 Prozent aus europäischen Unternehmen besteht.

Finanzdienstleister gehören mit einem weltweiten Anteil von 20 Prozent zu den größten IT-Nutzern, gefolgt von der Fertigungsindustrie (15 Prozent) und dem Energiesektor (acht Prozent). (wh)

Abb: Ausgaben für IT

Die IT-Ausgaben europäischer Unternehmen wachsen im nächsten Jahr stärker als in Nordamerika. Pro Mitarbeiter investieren die Firmen neun Prozent mehr in IT. Quelle: Meta Group