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18.02.1994

Europa-Chef Damiani setzt auf Reorganisation Rightsizing-Plan kostet DEC in Europa bis zu 6000 Stellen

MUENCHEN (ciw) - Die Digital Equipment Corp. will das zuletzt schwache Geschaeft in der Alten Welt auf Vordermann bringen. Der neue Europa-Chef Vincenzo Damiani (53) erklaerte ein "Rightsizing" der Organisation fuer notwendig, dem im naechsten Geschaeftsjahr bis zu 6000 Jobs zum Opfer fallen koennten.

Die genaue Zahl der Arbeitsplaetze, die in den naechsten zwoelf bis 18 Monaten abgebaut werden sollen, wollte Damiani, der von IBM zu DEC kam, zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Zuerst muesse festgelegt werden, "auf welchem Weg wir den Markt angehen wollen". Es gehe nicht um die Frage, "wie viele Stellen wir streichen, sondern darum, wie viele wir benoetigen", um den Markt effizient zu bedienen. Sein Programm, das er die "Damiani Agenda" nennt, sieht unter anderem die Konzentration auf kleine und mittelgrosse Kunden, die verstaerkte Zusammenarbeit mit Partnern und neue Allianzen vor. Branchenloesungen, neue Service- und Consulting-Angebote sowie der Ausbau der Distributionskanaele sollen die "Marketing- und Vertriebskompetenz" der europaeischen Digital erhoehen.

Darueber hinaus wird die gesamte Organisation auf mehr Kundennaehe getrimmt. Digital muesse sich kuenftig an den Beduerfnissen der Klientel orientieren und sich nicht mehr von den Forderungen interner Abteilungen leiten lassen, betonte der Europa-Chef. Das Unternehmen werde kuenftig nicht mehr in allen Marktsektoren praesent sein. "Wir sind dabei, die Bereiche zu definieren, in die wir investieren wollen. Dort, wo wir uns Wachstum versprechen, aber keine eigenen Produkte haben, werden wir versuchen, Allianzen einzugehen", erklaerte er.

Bis zur zweiten Haelfte dieses Kalenderjahres - den ersten sechs Monaten des DEC-Fiskaljahres 1994/95 - hofft Damiani, das Europa- Geschaeft wieder auf Wachstumskurs gebracht zu haben. Den Break- even-Punkt will er jedoch bereits bis zum Ende des laufenden Jahres erreichen.

Hans Dirkmann, Vorsitzender der Geschaeftsfuehrung der Digital Equipment GmbH (Holding), sieht hingegen zumindest fuer die zweite Haelfte des Geschaeftsjahres 1993/94 noch keine Verbesserung. "Trotz der Rueckstellungen sind wir etwas besser dran als 1992/93, aber wir haben die Talsohle noch nicht durchschritten. Wir werden alles tun, um das Vorjahresniveau zu halten", sagte er. Das Systemgeschaeft sei in den ersten sechs Monaten (31. Dezember 1993) nicht befriedigend verlaufen, der Absatz von Alpha-Maschinen und PCs habe dagegen stark zugenommen. In den letzten fuenf Quartalen habe DEC-Deutschland operativ stets schwarze Zahlen geschrieben, fuegte Dirkmann hinzu.

In Deutschland ist dem Geschaeftsfuehrer zufolge kein weiterer Stellenabbau geplant. Die bereits im vergangenen Jahr angekuendigte Streichung von 1300 Jobs sei bereits zur Haelfte ueber Aufhebungsvertraege realisiert worden. Dirkmann wollte allerdings zusaetzliche Entlassungen nicht ganz ausschliessen.