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07.10.1994

Europa darf Schlacht um Telekommunikation nicht verlieren Bangemann fordert Aufhebung des Sprach- und Netzmonopols

BRUESSEL (vwd) - Die EU-Kommission ist besorgt, Europa koenne in der Telekommunikation den Anschluss verpassen. Die Eurokraten appellieren deshalb unter der Regie ihres fuer Industrie verantwortlichen Kommissars Martin Bangemann an die Verantwortlichen der Unionslaender, nicht nur das Sprach-, sondern auch die Netzmonopole spaetestens Anfang 1998 abzuschaffen.

"Europa hat die Schlacht in der Elektronik schon verloren. Wir koennen es uns nicht leisten, jetzt auch die Schlacht in der Telekommunikation zu verlieren", warnte Bangemann die Politiker der EU-Mitgliedsstaaten. Bruessel haelt es fuer nicht mehr ausreichend, zum 1. Januar 1998 nur das Sprachmonopol fallen zu lassen, sondern fordert darueber hinaus auch eine Aufgabe der Leitungsmonopole zum gleichen Zeitpunkt. Nur so koenne die Union in diesem zukunftstraechtigen Markt mit dem immer schaerfer werdenden Wettbewerb aus den Vereinigten Staaten und Japan Schritt halten. Bundespostminister Wolfgang Boetsch ist nach einigem Zoegern mittlerweile auch auf den Bruesseler Kurs eingeschwenkt, nachdem in Deutschland bereits Bewegung in den Markt gekommen ist. Wie die COMPUTERWOCHE berichtete, sind in den letzten Monaten Engergie- und Transportunternehmen sowie Banken und Versicherungen mit grossen Investitionen in das lukrative Geschaeft eingestiegen und haben damit begonnen, eigene Netzwerke zu errichten.

Schlagzeilen macht juengst der Mischkonzern Veba, der zusammen mit der Bundesbahn bundesweit ein Glasfasernetz installieren wird, aber auch Mannesmann, RWE und die Deutsche Bank, die ebenfalls ihre Kommunikationsnetze buendeln wollen. Die kuenftigen Dienstleister beabsichtigen, Dritten ueber ihre Netzwerke Services wie Daten-, Sprach- und Bilduebertragung anzubieten.

Trotz dieser Entwicklung in Deutschland und der schrittweisen Lockerung der Monopolbereiche in einigen anderen Staaten - allen voran Grossbritannien - haelt die EU-Kommission diese Massnahmen fuer laengst nicht ausreichend. Besonders kritisch blickt Bangemann auf die suedeuropaeischen Laender, die sich gegen die Aufgabe ihrer staatlichen Monopole wehren. Spanien, Portugal und Griechenland, so fuerchtet der Kommissar, wuerden den Anschluss an die internationale Entwicklung voellig verpassen. Ihre Wirtschaft muesse den Preis fuer das Arbeiten mit veralteter Technologie und kuenstlich hohen Preisen bezahlen, mahnte Bangemann.