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09.09.2005

Europa leidet an IT-Schwäche

Schwindende Produktivität aufgrund von mangelhaftem IT-Einsatz.

Die fehlende Investitionsbereitschaft der Unternehmen und eine Wirtschaftspolitik, die den produktiven Einsatz der IuK-Technik behindert, sind für den wirtschaftlichen Niedergang Europas in den vergangenen zehn Jahren verantwortlich. Diese These vertritt das Londoner Marktforschungsunternehmen Indepen Consultants Ltd. in einem Bericht, der vom britischen Ministerium für Handel und Industrie in Auftrag gegeben wurde.

In dem Bericht müssen sich die Unternehmen in den Kernländern der Europäischen Gemeinschaft sagen lassen, dass sie zu wenig beziehungsweise falschen Gebrauch von der global verfügbaren Informations- und Kommunikationstechnik gemacht hätten. Deshalb seien sie in Sachen Produktivität und Wachstum hinter anderen Volkswirtschaften zurückgeblieben.

Parallele zur Elektrizität

Zwischen 1996 und 2000 hätten die IuK-Techniken in den USA 80 Prozent zum jährlichen Produktivitätswachstum beitragen, so der Report weiter. Hingegen seien es in den 15 Kernstaaten der Europäischen Gemeinschaft nur 42 Prozent gewesen.

Der höhere Produktivitätszuwachs in den USA hat offenbar nichts mit dem Anteil der IuK-Anbieter am Bruttoinlandsprodukt zu tun; dieser sei in Europa etwa genauso hoch, konstatiert Indepen. Vielmehr hänge er damit zusammen, dass die Unternehmen jenseits des Atlantiks mehr in die Technik investierten. Der Anteil der IT- und TK-Investitionen an den Gesamtaufwendungen sei dort anderthalb mal so hoch wie hier. Das Business gibt mehr Geld für IuK aus und erzielt deshalb größere Produktivitätsgewinne, so die einfache Gleichung. Hier zieht der Report Parallelen zu anderen "General-Purpose"-Techniken wie Dampf und Eisenbahn sowie Elektrizität. (qua)