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21.04.2005

Europäer entdecken Outsourcing

IT-Auslagerung nimmt zu, Geschäftsprozess-Outsourcing geht zurück.

Der europäische Anteil am globalen Outsourcing-Markt wächst - sowohl hinsichtlich der Anzahl der Aufträge als auch ihres Gesamtwerts. Dem Beratungsunternehmen TPI zufolge wurden im ersten Quartal dieses Jahres weltweit 55 Auslagerungs-Deals im Wert von gut elf Milliarden Euro unterzeichnet. Mehr als 56 Prozent der Abschlüsse beziehungsweise 70 Prozent des Total Contract Value (TCV) entfielen auf Europa. Der mit Abstand größte Wachstumstreiber ist dabei das Geschäft mit IT-Outsourcing (ITO). Laut den TPI-Berechnungen, in die Deals mit einem Wert von mindestens 40 Millionen Euro einfließen, stieg der ITO-Gesamtvertragswert im ersten Quartal um 68 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Dabei handelte es sich vorwiegend um Aufträge mittleren Umfangs. Mega-Deals kamen in Europa - wie auch weltweit - kaum zustande. Das ist aber im ersten Quartal normal, so die Experten: Erfahrungsgemäß würden umfangreiche Verträge meist im vierten Quartal abgeschlossen, damit sei der Bedarf erst einmal gedeckt. Besonders auslagerungswillig zeigen sich Firmen aus dem verarbeitenden Gewerbe sowie Finanzdienstleister. Jeweils 26 Prozent der im ersten Quartal in Europa getätigten Abschlüsse entfielen auf diese Branchen.

Während die ITO-Deals zunehmen, beginnt das Auslagern von Geschäftsprozessen nachzulassen. Laut TPI entfielen im ersten Quartal nur 13 Prozent der Abschlüsse beziehungsweise acht Prozent des TCV auf BPO-Deals (Business Process Outsourcing). Auch weltweit geht die Nachfrage zurück: Die Zahl der Aufträge sank gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent, der Vertragswert sogar um 55 Prozent.

BPO-Aufträge werden kleiner

Den Experten zufolge tendieren immer mehr Anwender dazu, für jeden Prozess den jeweils besten Dienstleister auszuwählen, anstatt verschiedene Abläufe an einen Anbieter zu vergeben. Zudem habe das BPO-Geschäft im ersten Quartal wegen der fehlenden Deals im Bereich CRM (Customer-Relationship-Management) abgenommen.

"Dramatische" Zuwächse sind nach Angaben von TPI allerdings im BPO-Segment Human Resources Outsourcing (HRO) zu erkennen. In 43 Prozent der weltweit vergebenen BPO-Aufträge waren HR-Einzelprozesse betroffen. Der HRO-Anteil am Gesamtvertragswert stieg damit im ersten Quartal auf 58 Prozent. Vor allem in den USA wächst der Bedarf an extern erbrachten Personaldienstleistungen.

Insgesamt hat sich der Wettbewerb verschärft. Darunter leiden vor allem die Branchenriesen - Accenture, ACS, CSC, EDS, HP und IBM. Während ihnen kleinere Anbieter wie Getronics, Infosys, Keane, Perot Systems, Siemens, TCS, Unisys und Wipro im ITO-Bereich Marktanteile streitig machen, holen vor allem ADP, Arinso, Capita, Convergys, Hewitt und Liberata im BPO-Geschäft auf. Bereits 65 Prozent des europäischen Outsourcing-Markts können die insgesamt rund 27 Wettbewerber der "Big Six" auf sich vereinen - Tendenz steigend. (sp)