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06.04.1984 - 

Wissenschaftsminister Dr. Heinz Fischer:

Europäer können vom "Silicon Valley" lernen

WIEN (apa) - In Umkehrung des Datenschutzgedankens ist eine gesetzliche Regelung denkbar. die Staatsbürgern allgemeinen Zugriff zu Daten der öffentlichen Verwaltung ermöglicht, was mit Hilfe der modernen Informationstechnologie zu verwirklichen sei. Das erklärte Wissenschaftsminister Dr. Heinz Fischer bei seiner Eröffnungsrede zum 7. Internationalen ADV-Kongreß.

Dies würde die öffentliche Verwaltung besser durchschaubar machen und die Chancengleichheit fördern. Daten mit Geheimhaltungscharakter, beispielsweise aus dem militärischen Bereich, waren für den öffentlichen Zugriff natürlich zu sperren, sagte Fischer. Er bezeichnete es als undemokratisch, wenn in einer Gesellschaft ein allzu starkes Informationsgefälle bestehe. Als Pionierfall für diese Idee führte Fischer Schweden an, wo der öffentliche Zugang zu Datenbanken der Verwaltung und staatlichen Informationssammlungen bereits als Grundrecht verankert sei.

Dieser Gedanke sei in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig diskutiert worden, obwohl mit den neuen Technologien die Gefahr eines "Informationsproletariats" entstehen könne, wenn ein Teil der Bevölkerung von der Entwicklung ausgesperrt bleibe. In diesem Zusammenhang sei der Vorschlag von Unterrichtsminister Dr. Helmut Zilk nach einer allgemeinen Einführung des EDV-Unterrichts in den Schulen zu begrüßen.

Die österreichische Wirtschaft habe realistische Chancen, künftig mit eigenen Produkten in Marktnischen der Computer- und Informationstechnologie erfolgreich tätig zu sein. Zusätzliche Anreize auf diesem Gebiet verspricht sich Fischer vom kürzlich vorgestellten Förderungsprogramm Mikroelektronik sowie auch von der Top-2-Kreditaktion der Bundesregierung.

Dies sei von Bedeutung, um ein Übermaß an Auslandsabhängigkeit auf dem Gebiet der fortschrittlichen Technologie zu vermeiden. Allerdings sei auch ein "neuer Unternehmertyp" erforderlich, der die gegebenen Rahmenbedingungen risikofreudig ausnütze, sagte Fischer. Er nannte als Beispiel das Phänomen des kalifornischen "Silicon Valley", wo nach mehreren Jahrzehnten des Reifeprozesses eine unternehmerische Subkultur mit einer besonders innovationsfreudigen Einstellung aller dort Tätigen entstanden sei.

Am 7. Internationalen ADV-Kongreß "Datenverarbeitung im europäischen Raum" nahmen über 500 Teilnehmer aus 16 Ländern teil.