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11.10.1985 - 

Vorwettbewerb von Bull, ICL und Siemens zeitigt Ergebnisse:

Europäer präsentieren erste KI-Prototypen

11.10.1985

MÜNCHEN (bi)- Erste Ergebnisse (...)perativer französisch-englisch-deutscher Forschung auf dem Sektor "Künstliche Intelligenz" (KI.) präsentierte jetzt mit Prototypen das European Computer-Industry Research Centre (ECRC), München. Das seit Januar 1984 bestehende Joint-venture der europäischen Hersteller Bull, ICL und Siemens arbeitet derzeit mit einer Kapazität von 36 von 50 angestrebten Wissenschaftlern.

In Vorträgen und Präsentationen am System wurden der europäischen Fachpresse ein Prolog-Compiler, eine objektorientierte Sprache, eine Schnittstelle zwischen Prolog und relationalen Datenbanken sowie ein interaktives Grafik-Tool für wissensbasierte Systeme gezeigt.

Die bislang in vier Gruppen arbeitende Mannschaft vermarktet ihre Produkte über Seminare, die sich an die jeweiligen Marketing-Leute der Anteilseigner richten, welche wiederum in ihren Unternehmen in die unterschiedlichen Einsatzfelder verkaufen.

Das im vorwettbewerblichen Bereich angesiedelte Unternehmen in Form einer GmbH verfügt über ein Gesellschaftskapital von 1,8 Millionen Mark und wird im "eingeschliffenen Zustand" mit einem jährlichen Aufwand von rund 20 Millionen Mark arbeiten, so die Schätzung des französischen Direktors Herve Gallaire dieser europäischen Forschungsinitiative auf deutschem Boden mit englischer Arbeitssprache. Noch in diesem Jahr soll die internationale Forscher-Crew auf 40 Mitglieder wachsen. Mit insgesamt 50 speziell auf industrielle Forschung, das heißt innerhalb von Fristen "produzierende" Forschung, angesetzten Wissenschaftlern hofft Reinhard Veelken, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und Ex-Siemens-Mitarbeiter, daß das "Wissen der Welt in diesem Institut zum Wohle der drei Gesellschaften vertreten ist." Die drei europäischen Hersteller, die sich in dieser Liaison an erster Stelle als Mainframer verstehen, sind zu gleichen Teilen an ECRC beteiligt und entsenden als Delegierte eigene Forscher nach München; aber auch aus dem Markt werden erstklassige Wissenschaftler wie betont wurde, akquiriert.

Entwickelt wird unter Unix in seinen verschiedenen Ausprägungen. Gewählt wurde dieses Betriebssystem deshalb, weil man sich hierauf als dem kleinsten gemeinsamen Nenner einigen konnte.

Das Arbeitsprogramm umfaßt:

Logisches Programmieren:

Verwendung der formalen Logik für Programmierung und Wissensverarbeitung sowie die Entwicklung von Methoden und Tools für die Erstellung von Software-Prototypen.

Wissensbasierte Systeme:

Aufbau von Systemen, die durch Überbrückung der Kluft zwischen klassischen und deduktiven Datenbanken fähig sind, komplexe Zusammenhänge abzubilden und Schlußfolgerungen zu ziehen.

Symbolische Computer-Architekturen:

Entwurf von Hochleistungscomputern mit paralleler Systemarchitektur, bei denen die Parallelverarbeitungseigenschaften auf der Sprache auf dem Rechenmodell und auf (...) technischen Ausführung basieren können.

Mensch-Maschine-Schnittstelle:

Einsatz von Geräten, wie zum Beispiel Terminals mit Grafikfunktionen, und Tools zur Unterstützung der Anwender bei Interaktion mit entscheidungsunterstützenden Systemen.

Die gesamten Forschungsaktivitäten des ECRC sind auf computerunterstützte Entscheidungsfindung ausgerichtet.