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05.01.1990 - 

Zusammenschlüsse und japanische Dominanz in den neunziger Jahren

Europäer sind im DV-Markt Europas nicht die Hausherrer

GENF (IDG) - Europa hat das Potential, in den neunziger Jahren der größte Computermarkt der Welt zu werden; die höchsten Zuwachsraten werden im Desktop-Bereich erwartet. Diese Ansicht vertritt das US-Marktforschungsunternehmen Dataquest.

Der Direktor des Europa-Computerdienstes von Dataquest, Philippe de Marcillac, konkretisierte auf einer Konferenz in Genf die europäischen Wachstumsaussichten anhand der Teilmärkte: Osteuropa könne als Absatzgebiet neu erschlossen werden, Südeuropa entwickle sich schnell, und in Nordeuropa seien weitere Investitionen zu erwarten. Industrie- analyst Paul Norris stimmte de Marcillac mit dem Hinweis auf lBM zu: In den vergangenen drei Jahren hätten die Armonker ihr Europageschäft um ein Drittel ausbauen können und Digital Equipment habe seine Verkäufe in der alten Welt seit 1984 gar mehr als vervierfacht; sowohl diese beiden als auch Hewlett Packard rechneten damit, mittelfristig mehr als die Hälfte ihres Gesamtumsatzes im vereinigten Europamarkt generieren zu können.

Europäische Hersteller wie Olivetti fallen dagegen in der Rangliste der Europa-Seller immer weiter gegen die US-Anbieter ab (siehe Tabelle).

Unix: Wachstum und Öffnung

Der Markt für Unix-Systeme wird sich nach Ansicht von Derek J. Harris, Vice President: AlX Systems von IBM Europa, von neun Prozent (1987), bezogen auf einen Gesamt-DV-Markt von 100 Milliarden Dollar, auf 20 Prozent eines 150-Milliarden-Marktes im Jahr 1991 entwickeln. Im vergangenen Jahr lag Dataquest zufolge bei den europäischen Verkaufszahlen für Unix-basierte Systeme HP (noch ohne Apollo) vor Sun, Siemens,

Unisys, NCR, Altos, DEC, Apollo, Philips und Olivetti. Ein Vertreter der Santa Cruz Operation bezeichnete die Tage der herstellerspezifischen, häufig bei der Markteinführung noch bug-verseuchten Unix-Versionen als gezählt.

Den optimistischen Einschätzungen des Europamarktes durch Analyster, zum Trotz beschwor Emmanuel de Robien, Prospect General Manager der US-Bull-Tochter Bull HN, die Gefahr sich ausweitender Handelsbilanzdefizite in Europa und USA: Bereits jetzt erzielten europäische Anbieter einen Teil ihrer Umsätze mit japanischen Produkten und die nationalen Nischen würden durch die Japaner vor den Toren noch mehr unter Druck geraten. 1992, so befürchtet de Robien angesichts der US-Computerbaisse, werden die Japaner "auf dem europäischen Markt landen".

Norris erwartet eine Welle von Zusammenschlüssen und Übernahmen in der DV-Szene Europas. Nixdorf, Norsk Data und Bull, die alle Verluste in der ersten Hälfte des Jahres hinnehmen mußten seien in einer strategischen Zwangslage: Nur Expansionen könnten die Konkurrenzfähigkeit der europäischen Player erhalten.

Norris erinnerte an die Übernahme von Triumph-Adler durch Olivetti, an Siemens, das sich Bendix und IN2 angeeignet hat und die ICL-Beteiligungen an der deutschen Metatech sowie der dänischen Regnecentralen.

Erneut wurden in diesern Zusammenhang Gerüchte ventiliert, Mannesmann plane, Nixdorf zu schlucken.