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19.05.2000 - 

Schlechte Nachrichten für die Web-Pioniere

Europäische Fluglinien gründen ein gemeinsames Online-Reisebüro

MÜNCHEN (CW) - Die Lufthansa AG und zehn weitere europäische Carrier wollen bis zum Jahresende ein gemeinschaftlich betriebenes Internet-Portal auf die Beine stellen. Prompt hat der Interessenverband der deutschen Reiseveranstalter das Bundeskartellamt auf den Plan gerufen. Dabei sind die Online-Pioniere viel stärker betroffen.

Ein gewisses Maß an Skepsis ist angebracht: Werden Lufthansa, British Airways, Air France, Iberia, Alitalia, KLM, SAS, Aer Lingus, Austrian Airlines, British Midland und Finnair tatsächlich ihre regulären Tarife und Sonderangebote auf einer Website veröffentlichen und damit ihre Preise auf Knopfdruck vergleichbar machen?

Bislang existiert von der geplanten Online-Agentur nur eine gemeinsame Erklärung. Derzufolge wird die Website "der breiten Öffentlichkeit Zugang zu den aktuellsten Preisinformatonen verschaffen und auch die günstigsten Preise der Gesellschaft beinhalten". Zudem sollen die europäischen Kunden, so Lufthansa-Chef Jürgen Weber, jeweils in ihrer Muttersprache adressiert werden. Neben der Online-Buchung von Flügen werde das Portal den Reiselustigen auch die Möglichkeit bieten, Hotelzimmer zu reservieren, Autos zu mieten und Versicherungen abzuschließen.

Dringende Nachfrage von KundenseiteDerzeit hat das Gemeinschaftsprojekt weder einen Namen, noch sind die Fragen des Hauptsitzes und der Personalausstattung geklärt. Nach Angaben einer British-Airways-Sprecherin werden die Schlüsselpositionen aber mit Managern aus der "Online-Industrie" besetzt.

Beweggründe für das Projekt sind schnell gefunden. Für die Fluggesellschaften wird es höchste Zeit, die dringende Nachfrage ihrer Kunden nach Vergleichsangeboten zu befriedigen. Angesichts der Informationsmöglichkeiten, die das Internet bietet, ist es einfach nicht mehr opportun, so zu tun, als wäre man allein auf dem Markt. Die US-Carrier Delta, Continental, Northwest und United haben das ebenfalls erkannt und wollen ihr gemeinsames Online-Portal bereits in diesem Sommer zum Laufen bringen.

Bislang haben die Fluglinien den Preisvergleich unabhängigen Anbietern wie Ebookers.com, Expedia.com, Lastminute.com oder Lturs.de überlassen. Mit den beiden letztgenannten Anbietern kooperiert die Lufthansa AG, indem sie ihre Restflüge als Bestandteil von Pauschalangeboten freigibt.

Diese bereits etablierten Online-Anbieter dürften am meisten darunter leiden, wenn die beiden Airline-Portale tatsächlich abheben. Doch auch die konventionellen Reisebüros laufen bereits Sturm. Presseberichten zufolge hat der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalter-Verband (DRV) das Bundeskartellamt in Bonn aufgefordert, die Kooperation unter wettbewerbsrechtlichen Aspekten zu prüfen.