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24.11.2000 - 

Skandinavische Regierungen führend in Sachen Internet-Services

Europäische Nationen sind ungleich fit für die E-Administration

MÜNCHEN (CW) - Im Frühjahr 2000 hatten sich die 15 Mitglieder der Europäischen Union ehrgeizige Ziele gesetzt, um in Sachen Informationstechnologie fit zu werden. An vorderster Front wollten die Regierungsbehörden beweisen, dass sie mit ihrer Internet-Tauglichkeit Bürgernähe entwickeln können. Doch die Anstregungen der Nationen unterscheiden sich zum Teil fundamental.

Die 15 Mitgliedstaaten geben in diesem Jahr rund 60 Milliarden Euro aus, um ihre Administration und ihre Dienstleistungen dem allgemeinen Zugriff über das Internet zu öffnen. Dies ist zumindest ein Ziel, das sich die Nationen in Lissabon setzten. Deutschland und Großbritannien wollen bis zum Jahr 2005 alle staatlichen Dienstleistungen im Internet verfügbar machen, die in irgendeiner Weise digitalisierbar sind. Irland eröffnete gerade erst sein Portal "Reach.ie", das die Bevölkerung und den Staat flächendeckend in Verbindung bringen soll. Frankreich will sein Staatsportal ebenfalls in Kürze auf Sendung bringen. Staaten wie die Niederlande, die Schweiz, Italien oder Portugal formulieren ebenfalls ehrgeizige Pläne, gleiches gilt für die skandinavischen Länder.

Allerdings sind viele der Pläne bislang eher PR, und zwar von Land zu Land in unterschiedlichem Ausmaß. Wollen die nationalen Regierungen für ihre digitalisierten Dienstleistungen europaweit pro Kopf 134 Euro ausgeben, so liegt nach Erhebungen des Magazins "Industry Standard" im Durchschnitt etwa in nördlichen Ländern wie Dänemark (317 Euro) wesentlich höher als in südeuropäischen Staaten wie etwa Griechenland (44 Euro pro Kopf).

Deutschland wendet im laufenden Jahr 13 Milliarden Euro auf, Großbritannien zwölf und Frankreich zehn Milliarden Euro. Obwohl also alle 15 EU-Nationen vorgeben, große Anstrengungen in Sachen elektronische Regierung zu tätigen, sind die De-facto-Unterschiede in der Ausführung doch groß. Bleibt die Frage, ob die Digitalisierung der Regierungsadministrationen hilft, Steuergelder zu sparen. Vertreter aus den USA und Großbritannien versprechen sich große Einsparungen durch die Abwicklung öffentlicher Dienstleistungen über das Internet. In Frankreich ist man diesbezüglich vorsichtiger: Noch sei es zu früh, entsprechende Einsparpotenziale zu beziffern.

In einem sind sich allerdings alle Regierungen bislang gleich: Noch hat keine angekündigt, dass es wegen der stromlinienförmigeren Verwaltung über das WWW zu Personalabbau kommen soll. Die erheblichen Investitionen in eine E-Administration sollen nicht gleichbedeutend sein mit einer Verschlankung der Verwaltungsorganisation. Mit anderen Worten: Gespart wird in keiner der staatlichen Bürokratien in den 15 EU-Nationen.

Abb: Deutschland nur Durchschnitt: Vor allem die skandinavischen Länder sind bei der E-Administration Spitze. Quelle: Industry Standard