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21.10.1994

Europaeischer Marktanteil des Betriebssystems verdoppelt OS/2: Die IBM setzt zum Endspurt um die 32-Bit-Anwenderschaft an

MUENCHEN (ade) - Der Kampf um die kuenftige 32-Bit-Kundschaft im Desktop-Terrain wird spannender. Microsoft reduziert seinen Verkaufsschlager "Windows 95" um immer weitere Funktionen, um den haeufig verschobenen Auslieferungstermin einhalten zu koennen. Demgegenueber hat die IBM ihr OS/2 mit zusaetzlichen Features ausgestattet. Zudem will sie mit grossangelegten Werbekampagnen in Europa ihren Zeitvorsprung effizient nutzen.

Bislang konnte Microsoft davon ausgehen, dass einem Erfolg von Windows 95 schon aufgrund der bereits bestehenden Windows-Klientel nichts im Weg steht. Ploetzlich muessen sich die Marketiers um Bill Gates Gedanken machen. Mit rund 40 Millionen Dollar Werbe-Etat greift die IBM ihrem Betriebssystem-Sproessling im letzten Quartal dieses Jahres noch einmal unter die Arme.

Kern einer europaweiten Marketing-Kampagne ist der mit 400000 Mark dotierte Wettbewerb "Leonardo da Vinci", bei dem Teilnehmer aus zwoelf Laendern ihrer Kreativitaet mit dem PC freien Lauf lassen koennen, erklaert Richard Seibt, Leiter des IBM-Geschaeftsbereichs Personal Software Marketing (PSM). Zusaetzlich betreibt eine 460koepfige Marketing-Crew Werbung fuer IBMs Windows-Alternative. Des weiteren wurden spezielle Helplines in nahezu jedem Land Europas eingerichtet, die Anwendern erste Hilfe leisten sollen.

Windows 95 verliert weitere Funktionen

Auch technologisch will sich die IBM nicht lumpen lassen. Fruehere Macken wie die Inkompatibilitaet zu DOS- oder Windows-Anwendungen wurden ausgebuegelt, verspricht Hans-Juergen Goetz, Leiter des Technischen Marketings bei IBM. Auch der oft kritisierte Mangel an OS/2-Applikationen gehoere mittlerweile der Vergangenheit an. Zur Zeit, so Goetz, seien mehr als 2000 verschiedene 32-Bit- Applikationen fuer OS/2 erhaeltlich. Taeglich kaemen neue hinzu.

Erste Erfolge konnte Big Blue mit seinen forcierten OS/2- Aktivitaeten offensichtlich bereits verbuchen. Zwar verzeichnet die Company aus Armonk weit niedrigere Verkaufszahlen als Microsoft mit Windows, doch die Tendenz ist steigend. Einer Meldung des "Wall Street Journal" zufolge ist der Anteil von OS/2 am Markt fuer 32-Bit-Betriebssysteme in Europa in diesem Jahr von sechs Prozent auf das Doppelte gestiegen.

Waehrend die IBM alles daransetzt, den Zeitvorsprung gegenueber Windows 95 zu nutzen, muss Microsoft abermals Funktionen aus seinem Betriebssystem nehmen, um die Auslieferung von Windows 95 nicht ein weiteres Mal zu gefaehrden, berichtet die CW- Schwesterpublikation "Infoworld". So habe die Gates-Company kuerzlich die Features "Full-Window-Drag" und "Font-Smoothing" aus dem Betriebssystem-Umfang gestrichen. Bei Full-Window-Drag handele es sich um eine Option, mit der der Inhalt eines Fensters beim Verschieben sichtbar blieb. Font-Smoothing diene dazu, skalierbare Schriften mit Hilfe einer Anti-Aliasing-Technik gleichmaessiger und sauberer darzustellen.

Unterdessen hat Micorosoft eine weitere Beta-Ausfuehrung seines 32- Bit-Betriebssystems mit der Bezeichnung M7 an ausgewaehlte Entwickler und Anwender verschickt. Verantwortliche des Redmonder Softwareriesen gaben zu bedenken, dass nahezu alle Funktionen inklusive API Aenderungen unterworfen sein koennten.