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14.11.1975 - 

Outsider: BRD

Europäisches Verbundnetz für EWG-Länder

MÜNCHEN - Ein Verbundnetz werden neun europäische Länder: nämlich die EWG-Staaten Frankreich, Italien, Holland, England, ferner Norwegen, Portugal, Schweden, Schweiz und das assoziierte Mitglied Jugoslawien verwirklichen. Ferner soll die Euratombehörde angeschlossen werden.

Das Hauptziel des Verbundnetzes ist eine Standardisierung von Prozeduren zwischen Rechnern verschiedener Fabrikate, während von

Herstellern bisher die Standardisierung nur im Rahmen der eigenen Produktfamilie betrieben wurde. Das Unternehmen läuft unter dem Projektnamen Cost 11 (Coop'ération Europ'éune dans le Domaine de la Recherche Scientifique et Technique) und ist das elfte von fünfzig technischen und wissenschaftlichen Projekten auf europäischer Ebene. Die Neun am Verbundnetz beteiligten europäischen Länder und die Euratom-Behörde arbeiten im Rahmen des Cost 11-Komitees zusammen, um die Realisierung des europäischen Rechenverbundnetzes voranzutreiben und zu finanzieren.

Das Europäische Informationsnetzwerk (European Informatics Network, EIN) ist das erste in der Welt, das auf Regierungsebene verwirklicht wird. Die Auswahl und Leitung des Projekts erfolgte durch die NPL - (National Physic Laboratories London) unter der Führung von D. L. A. Barber).

Bei dem bedeutendsten EDV-Projekt in Europa sollen, vorerst in der Experimentierphase, Forschungs-Rechenzentren miteinander verbunden werden, um Rechenkapazitäten und Erfahrungen auszutauschen. Der Entwurf und die Entwicklung der System-Software erfolgt durch die Softwarehäuser Sesa und Logica.

Zwei weitere europäische Softwarehäuser, Fides/Schweiz und Selinia/Italien wurden von Sesa/Logica für das Projekt beauftragt. Die Hardware für die einzelnen Rechenzentren des europäischen Netzwerkes werden von CII geliefert (Mini Computer Mitra 15, 24 K). Zuerst werden im Herbst 75 zwei Rechenzentren zusammengeschlossen. In einer zweiten Phase sollen dann fünf weitere Knoten angeschlossen werden: das Institut de Recherche d'Informatique et d'Automatique Frankreich, das Poletecnico de Milano, Italien, das Federal Institute of Technology/ Schweiz, das National Physical Laboratory, England und das Euratom Zentrum in Ispra, Italien.

EIN ist als Entwicklungsmodell für zukünftige Rechenverbundnetze konzipiert und soll bereits im Planungsstadium Lösungsmöglichkeiten zur Verbindung von verschiedenen Systemen aufzeigen. Dafür wird ein Forum zum Diskussionsaustausch eingerichtet und ferner Dokumentation über Netzwerkvergleiche erstellt. Aus Bonn verlautet:

Die Bundesregierung ist an dem Projekt interessiert, aber man hat sich über die Art eines Engagements noch nicht entschieden, da sich die Regierung noch nicht im klaren ist, welche Vorteile sich aus dem Projekt für die Bundesrepublik ableiten lassen. Ist man weiter als die anderen neun?