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16.07.1982 - 

EG-Kommission untersucht Wettbewerbsfähigkeit der Industrie:

Europas DV-Manager nicht risikofreudig genug

BRÜSSEL (cmd) - Für Die europäischen Büromaschinen- und DV-Hersteller spielt der EG-Markt eine wesentlich größere Rolle als die Märkte außerhalb der Gemeinschaft. Während die EG-Mitgliedsländer 1980 untereinander Waren im Wert von 2,25 Milliarden europäischer Verrechnungseinheiten ECU (European Currency Unit) ausführten. betrugen die Exporte in die übrige Welt lediglich 1,45 Milliarden ECU. Auf bundesdeutsche Hersteller entfielen 34,5 beziehungsweise 32 Prozent der Gesamtausfuhren.

Die EG-Kommission beurteilt diese Entwicklung aber keineswegs positiv. In einer Untersuchung über "Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie der Europäischen Gemeinschaft" kommt sie vielmehr zu dem Schluß, daß die Büromaschinen- und DV-Branche zu den Bereichen gehört, die ihre komparativen Wettbewerbsvorteile gegenüber den USA und Japan eingebüßt haben und für die der gemeinsame Markt einen gewissen Schutz bietet.

Handelsdaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untermauern nach Ansicht der EG-Experten diese These. Danach beliefen sich die Ausfuhren der OECD-Mitgliedstaaten 1980 im Bereich Büro- und Fernmeldeeinrichtungen auf 42 Milliarden Dollar. Auf Japan entfielen 34,6 Prozent, auf die USA 27,2 Prozent und auf die EG 25,7 Prozent. Ein Blick auf den Zeitraum 1973 bis 1980 zeigt, daß die USA um 2,6 und Japan um 2,1 Prozent zulegen konnten, während die Gemeinschaft ein Minus von 1,4 Prozent verzeichnen mußte.

Weitere Indikatoren für die abnehmende Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie in diesem Sektor sind laut Kommission die abnehmende Spezialisierung auf hochtechnologische Produkte und die zunehmende Abhängigkeit von Einfuhren dieser Art. Im gesamten EG-Bereich sank der Spezialisierungsindex von 0,95 im Jahr 1963 über 0,74 (1973)auf 0,71 (1980). Die Zahlen für Japan lauten dagegen 1,55 für 1963 2,12 für 1973 und 1,96 für 1980. Die USA haben nach einem Rückgang von 1,31 (1963) auf 1,23 (1973) mit 1,32 im Jahr 1980 ihre Position gehalten.

Der von den Kommissionseurokraten errechnete Abhängigkeitsindex zeigt dagegen für die Europäische Gemeinschaft steigende Tendenz: 1963 betrug er 1,05, 1973 1,30 und 1980 1,37. Besonders stark konnte Japan seine Abhängigkeit von "High Technology"- Produkten im Bereich Büro- und Fernmeldeausrüstungen reduzieren. Von 2,02 im Jahr 1963 fiel der Index auf 0,99 (1973) und erreichte 1980 0,88. Die USA konnten nach einem Einbruch 1973, als der, Index von 1,15 (1963) auf 1,41 stieg, die Lieferabhängigkeit 1980 mit, 1,19 wieder in etwa stabilisieren.

Eine Analyse der komparativen Wettbewerbsvorteile bei Produkten mit hohem Technologiegehalt bestätigt nach Auffassung der Brüsseler Kommission diese Tendenzen. Der raschen Verbesserung der Position Japans steht ein gemäßigter Rückgang der Vereinigten Staaten und eine deutliche Verschlechterung der Gemeinschaft gegenüber.

Ursachen dieser Entwicklung sind laut Untersuchung nicht mangelnde Grundlagenforschung sondern eine bessere technische Qualifikation der Arbeitskräfte in den USA und in Japan sowie "gewisse nationale Eigenschaften" im Management.

Nach Meinung der Brüsseler Eurokraten verfügen europäische Unternehmensleitungen im Unterschied zu ihren japanischen und amerikanischen Kollegen in weit geringerem Maße über zwei Eigenschaften, ohne die man im heutigen Wettbewerb nicht bestehen kann: Risikofreudigkeit und Qualitätsbewußtsein.