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22.08.1986 - 

Siemens + Olivetti + Bull + Philips + Nixdorf = IBM

Europas DV-Markt nach wie vor in US-Händen

MÜNCHEN - Einen gewaltigen Vorsprung vor ihren europäischen und japanischen Mitbewerbern haben die amerikanischen DV-Hersteller nach wie vor nicht nur weltweit, sondern auch in Europa. Obwohl die 14 Einheimischen durch die Bank zwischen 70 und 100 Prozent ihrer DV-Umsätze in der Alten Welt erzielen, können sie die US-Ableger nicht vom Sockel stoßen (siehe auch Seite 1).

Nur 37 Prozent tragen die in EG-Ländern ansässigen Hersteller zum Gesamtumsatz der 25 marktführenden DV-Unternehmen bei. Der Rest entfällt komplett auf die Amerikaner; nicht ein einziger Japaner hat bisher den Sprung in diese Spitzengruppe geschafft. Für die hiesige Industrie erfreulichere Zahlen könnten sich nur ergeben, wenn die außeramerikanischen Produktionsstandorte von IBM, DEC; HP & Co. nicht mehr den Vereinigten Staaten zugerechnet würden.

Zwei Drittel der führenden Anbieter sind Amerikaner

Zur weltweiten Créme de la créme, der Riege der "Datamation 100-Companies", zählen 32 nichtamerikanische Unternehmen. Die beiden Nippon-Giganten, die wie Siemens seit letztem Jahr unter den Top Ten zu finden sind, nämlich Fujitsu und NEC, haben sich mittlerweile auf die Plätze 5 und 7 hochgearbeitet. Siemens verharrt vorerst auf dem Rang des zehntgrößten DV-Konzerns der Erde. Zwölf Japaner und 20 Europäer können mittlerweile auf ihre Mitgliedschaft in Datamations Markt führerstatistik verweisen, wobei die durchschnittliche japanische Firma weiter oben auf der Skala anzutreffen ist als die normale englische, französische oder deutsche.

Unter den international aktiven europäischen Herstellern liegt Olivetti auf dem zweiten Platz hinter Siemens. Die Nummer drei heißt Groupe Bull, und die Ränge vier und fünf teilen sich - mit dicht beieinander liegenden DV-Umsätzen - der niederländische Philips-Konzern und die Nixdorf AG. Besonders auffällig an den Datamation-Zahlen ist eine Verdreifachung der Mikrocomputer-Verkäufe der Olivetti-Gruppe auf 2,6 Milliarden Mark. Kritiker der amerikanischen Statistik mutmaßen, der italienische Büromaschinenkonzern habe gemeinsam mit den PCs auch seine Bildschirmschreibmaschinen gemeldet, um die DV-Umsätze mit DV-fremden Produkten hochzupäppeln.

Auch bei der Siemens AG, die seit der Fusion ihrer Geschäftsbereiche Datentechnik und Kommunikation vor zwei Jahren ihr Telefongeschäft hinter demselben Schleier verbirgt wie die Computeraktivitäten, wirft die Erhebung der Daten Fragen auf: Haben die Münchner wirklich 1985 nur noch knapp halb so viele Mainframes verkauft wie im Jahr davor, nämlich Hardware im Wert von 1,1 statt 2,3 Milliarden Mark? Haben sie dafür ihren Peripherieumsatz von 1,4 auf 2,4 Milliarden hochgefahren? So viel haben die IBM-3380-Einheiten auch wieder nicht bringen können.

Da die Peripherie bei einer ganzen Reihe von Systemanbietern - etwa DEC, Burroughs, Nixdorf, Wang, Hitachi - überhaupt der dickste Brocken ist, vermutet ein Siemens-Sprecher: "Datamation hat als Mainframe-Umsatz früher die ganzen Konfigurationen gerechnet. Jetzt kann es sich nur noch um die nackten CPUs handeln". Die wiederum stammen bei Siemens zu neun Prozent aus Japan. Zwischen den auf OEM-Basis verkauften und den in eigenen Werken produzierten Waren unterscheidet aber Datamation nicht.

Eindeutiger sind da schon die Zahlen, die das US-Branchenmagazin für die Firmen Control Data (CDC), Data General (DG) und Commodore nennt. CDC flog nämlich vom vierten Platz und ist jetzt Umsatzachter. DG mußte den 19. Platz räumen und fiel um neun Positionen zurück. Commodore jedoch hält den Negativrekord: Der Mikrocomputerpionier stürzte von 23 auf 41. Grund: Ein Umsatzrückgang binnen Jahresfrist um 400 Millionen Dollar.