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13.12.2002 - 

Großunternehmen einigen sich auf Standards für das E-Procurement

European Content Club gegründet

MÜNCHEN (CW) - Anfang Dezember hat eine Gruppe von deutschen Großunternehmen den European Content Club (ECC) geründet. Die Mitglieder haben sich für ihre E-Business-Prozesse auf Standards festgelegt und wollen von ihren Lieferanten nur noch Daten in diesen Formaten verlangen.

Die Gründungsmitglieder des ECC, Deutsche Post, Lufthansa, Deutsche Bahn, Bertelsmann, Deutsche Telekom, Bayer, Schering, Arcelor und Infraserv Chemfidence, verfolgen ehrgeizige Ziele im Bereich der elektronischen Beschaffung. Wollen diese Unternehmen für den Einkauf Marktplätze oder eigene E-Procurement-Systeme nutzen, sind sie auf die Bereitstellung geeigneter Kataloge von ihren Zulieferern angewiesen. Die sind jedoch aufgrund der sehr unterschiedlichen Anforderungen ihrer Kunden und der Vielzahl an Datenformaten bei der Katalogerstellung häufig überfordert. Bis eine Einkaufsorganisation einen Katalog in ihr Bestellsystem übernehmen kann, muss dieser meist mehrere zeitaufwändige Prüfverfahren durchlaufen.

Durch die Festlegung auf die Standards BMEcat 1.2, E-Class 4.0, UN-SPSC 10 sowie ISO-Standards unter anderem für Länder- und Währungscodes soll dies für die Zulieferer der ECC-Mitglieder künftig leichter werden. Mit der praktischen Umsetzung der damit verbundenen Maßnahmen von der Qualitätsprüfung der Produktdaten bis hin zur Erstellung von standardgemäßen Basiskatalogen beauftragt der ECC einen neutralen Partner, die "European Content Factory" (ECF). Die Basiskataloge müssen anschließend mit den individuell ausgehandelten Preislisten hinterlegt und eventuell durch weiterführende Prozesse, beispielsweise für die Kontierung oder ERP-Warengruppen-Codes ergänzt werden.

Um eine reibungslose Übernahme eines Basiskatalogs in die Beschaffungssysteme mehrerer Unternehmen zu gewährleisten, müssen die Mitglieder auch innerhalb der gewählten Standards Festlegungen treffen. Dieser EFC-Standard enthält beispielsweise eine Liste von zusätzlichen Felddefinitionen. Profitieren werden davon also nur Lieferanten, die mehrere ECC-Mitglieder oder deren Marktplätze (Bertelsmann mediaSystems, CC-Chemplorer, Compaq Global Services, Emaro, T-Mart, Trimondo) zu ihrem Kundenkreis zählen. Der ECC ist um die Aufnahme weiterer Mitglieder bemüht. Interessenten sollten allerdings über ein Beschaffungsvolumen von mehr als 50 Millionen Euro verfügen.

Ob die Gründung des ECC zu wirklichen Erleichterungen für die Zulieferer führt, bleibt abzuwarten. So wundert sich beispielsweise Ralph Landwehr, Leiter des Bereichs "E-Business" bei dem Elektrohandelshaus D. Schuricht GmbH & Co. KG, über die vom ECC eingeschlagene Vorgehensweise. Die Bildung eines Substandards, ohne dabei die Lieferanten einzubinden, komme ihm seltsam vor: "Wir haben die Befürchtung, dass dort Dinge definiert werden, die über den BMEcat hinausgehen und somit ein neuer Standard geschaffen wird." Die Vergangenheit habe außerdem gezeigt, dass es meist nicht gut funktioniere, wenn die Abnehmer einseitig Datenformate definierten. Spätestens bei der praktischen Umsetzung komme es dann zu Problemen. Landwehr und eine Reihe weiterer Zulieferer von C-Artikeln planen derzeit, in Zusammenarbeit mit der BMEnet GmbH ein "E-Business Supplier Forum" (EBSF) zu gründen. Landwehr sieht diesen Zusammenschluss auch als Angebot an Initiativen wie den ECC, um die elektronische Beschaffung gemeinsam zu verbessern. (rg)