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Hineinwachsen in Computer-Aufgaben verlangt Programmierkapazität:

Evolution der Mikros vertieft Softwarekrise

17.11.1978

MÜNCHEN - Mehr als zehn Millionen Funktionen pro Chip und das Hineinwachsen der Mikroprozessoren in heutige Minicomputer-Aufgaben, so sieht Dr. Alfred Prommer (Siemens AG) die Zukunft der Bauelemente, mit der er sich zur electronica-Eröffnung als Fachverbandsvorsitzender im Zentralverband der Elektrotechnischen Industrie (ZVEI) auseinandersetzte.

Folge der technologischen Evolution: Während in den siebziger Jahren die Schwergewichte auf der Verbilligung der Hardware lagen, ist es Aufgabe der achtziger Jahre, "die Software zu verbilligen." Prommer: "Computer heißt Software, heißt Programmierung. Der Platz des Ingenieurs ist nicht mehr der Löt-Tisch, sondern die Programmierabteilung."

Während 1975 das Produktionsvolumen der Bauelemente-Industrie noch zu 80 Prozent von der Hardware bestimmt war, würde diese Relation bis 1985 sich völlig umkehren und 80 bis 85 Prozent des Produktionsvolumens durch Programmierleistungen geschaffen. Für Prommer steht fest, daß diese Software-Aufgaben unverzüglich gelöst werden müßten, weil sonst "1985 die weltweit vorhandene Programmier-Kapazität allein für die Softwarepflege aufgewendet werden müßte und keine Kapazität für Neuentwicklungen übrigbleibe."

Der durchschnittliche Zuwachs der Bauelemente-lndustrie von sieben bis acht Prozent in den nächsten zehn Jahren (derzeitiges Weltmarktvolumen: 64 Milliarden Mark) werden, nicht zuletzt wegen der steigenden Leistungsfähigkeit der Mikroprozessoren, zu einer Umschichtung in den Anwendungsbereichen führen: Während derzeit 60 Prozent aller Mikroprozessoren in der Informationstechnologie verbraucht werden und 40 Prozent in peripheren Anwendungen, würden 1985 auf einen Mikro im informationstechnischen Gerät zehn in der konsumnahen Peripherie entfallen.