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20.01.2014 - 

Wegen Korruption angeklagt

Ex-Mitarbeiter von Media-Saturn vor Gericht

Nein, das ist keine Wiederholung: Erneut ist ein ehemaliger Mitarbeiter von Media-Saturn wegen Erpressung und Bestechlichkeit angeklagt. Diesmal geht es nicht um das Sortiment der Elektronikkette, sondern um den Standort einer neuen Filiale.
Bestechung: Der Media Markt und seine Manager sind immer wieder für Gerichtsverfahren gut.
Bestechung: Der Media Markt und seine Manager sind immer wieder für Gerichtsverfahren gut.

In den Jahren 2012 und 2013 hatte ein Korruptionsprozess vor dem Landgericht Augsburg für Aufsehen gesorgt, in dem ehemalige hochrangige Mitarbeiter von Media Markt auf der Anklagebank saßen. Dabei war Michael Rook, der frühere Deutschland-Chef von Media Markt, wegen gewerbsmäßiger und bandenmäßiger Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr in 66 Fällen zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Urteil für Bruno Herter, dem früheren Media-Markt-Regionalleiter für Süddeutschland, lautete: vier Jahre und neun Monate Gefängnis.

Außerdem wurden weitere sechs Angeklagte wegen Beihilfe zur Bestechlichkeit schuldig gesprochen und zu Bewährungsstrafen verurteilt. Rook soll zusammen mit Herter über Jahre hinweg vom Unternehmer Peter N. aus Wetzlar bestochen worden sein und insgesamt Schmiergelder von mehr als vier Millionen Euro angenommen haben.

"Zuwendungen für allgemeines Wohlwollen"

Wie die "Nürnberger Nachrichten" berichten, steht nun vor der 3. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth erneut ein ehemaliger Mitarbeiter der Media-Saturn-Gruppe vor Gericht: ein 53-jähriger Nürnberger, der als Geschäftsführer bei Media-Saturn auch für die Expansion an neue Standorte zuständig war. Er soll von einem ebenfalls mitangeklagten 63-Jährigen Bauträger 1,7 Millionen Euro Schmiergeld bekommen haben.

Ausgangspunkt war ein Grundstück in Coburg, das im Jahr 1997 als Standort einer neuen Media-Markt-Filiale in Frage kam. Der Media-Saturn-Manager wollte das Angebot des Bauträgers nur gegen eine gewisse Gegenleistung weiterbearbeiten. Der Bauträger willigte ein und zahlte in den folgenden Jahren 1,7 Millionen Euro Bestechungsgelder an den Media-Saturn-Manager – in seiner Sprache "Zuwendungen zur Herbeiführung allgemeinen Wohlwollens und normalen Bearbeitens. Mit dem Ziel einer Nichtbenachteiligung", wie die "Nürnberger Nachrichten" von der Verhandlung berichten.

Der ehemalige Media-Markt-Manager schweigt zu den Vorwürfen. Er war 2005 per goldenem Handschlag aus dem Konzern verabschiedet worden. Der Prozess dauert an.

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