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21.05.1999 - 

Tristrata war nur eine Übergangsstation

Ex-SAP-Manager Wahl heuert bei Siebel an

MÜNCHEN (CW) - "Jeder ist ersetzbar, auch ich" - so kommentierte der ehemalige US-Chef der SAP AG, Paul Wahl, im vergangenen Herbst gegenüber der CW den überraschenden Wechsel zur Startup-Company Tristrata. Nach nur acht Monaten verändert sich Wahl erneut: Nun tritt er als President und Chief Operating Officer (COO) beim SAP-Erzrivalen Siebel Systems an.

Der Wechsel ist nicht ohne Brisanz: Wahl gehört jetzt zur höchsten Führungsspitze eines wichtigen SAP-Wettbewerbers. Siebel ist im Vergleich zur SAP zwar noch recht klein, doch die Softwareschmiede darf sich zu Recht als internationaler Marktführer im zukunftsträchtigen Geschäft mit Vertriebs- und Marketing-Lösungen - neudeutsch: Customer-Relationship-Management - bezeichnen. Analysten der in Boston ansässigen AMR Research rechneten kürzlich hoch, daß sich das Volumen dieses Marktes von 1,2 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr auf 11,5 Milliarden Dollar im Jahr 2002 erhöhen werde.

SAP hinkt in neuen Märkten hinterher

In vielen Unternehmen, wo es darum geht, Kundenbeziehungen zu pflegen, das Nachfrageverhalten zu analysieren, Call-Center einzurichten und den Vertrieb zu verbessern, ist Siebel mit im Boot - im Gegensatz zur SAP. Die Walldorfer, seit Jahren auf das Enterprise Resource Planning (ERP) fokussiert, arbeiten im Rahmen ihrer New-Dimension-Initiative noch immer an einer Lösung für das lukrative Front-Office-Geschäft.

Zwar gibt es bereits erste Produkte, doch mit einer vollwertigen Palette ist wohl erst im nächsten Jahr zu rechnen. Bis dahin dürfte Siebel seinen Vorsprung weiter ausgebaut haben. Daher ist keineswegs ausgemacht, daß SAPs Rechnung aufgeht, Bestandskunden aus dem Back-Office-Geschäft mit dem Argument "Alles aus einer Hand" auch für die neue Front-Office-Produktpalette zu gewinnen.

Wahl erklärte gegenüber der US-Presse, Tristrata sei für ihn ein interessantes Betätigungsfeld gewesen; er habe bei der aufstrebenden Softwareschmiede, die auf Sicherheitslösungen spezialisiert ist, eine Menge über das Internet gelernt. Letztlich war Tristrata aber wohl nur eine Übergangsstation - vermutlich wollte oder durfte der Manager nicht unmittelbar nach seinem Abgang von SAP zu einem Konkurenten wechseln.

Wahl deutete denn auch an, Tristrata sei ihm eine Nummer zu klein gewesen. Ihn reize der Umgang mit großen multinationalen Kunden - bei Siebel werde er vor allem die Internationalisierung vorantreiben. In einer Presseerklärung der Softwareschmiede heißt es, der Manager werde für Vertrieb, Produkt-Marketing, Technik sowie Kunden- und Professional Services zuständig sein. Damit ist er die rechte Hand von Unternehmensgründer Thomas Siebel, der seine Position als Chairman und Chief Executive Officer (CEO) behält und sich auf strategische Aufgaben konzentriert.

Kurz bevor Wahl bei Siebel anheuerte, war bereits ein anderer Topmanager der SAP zu dem US-Unternehmen gewechselt: Jeremy Coote, President von SAP America, verließ das Unternehmen im März dieses Jahres, weil er ein "zwingendes Angebot" erhalten hatte, wie SAP-America-Chef Kevin McKay sich damals ausdrückte.

Die Einstellung der beiden SAP-Manager hängt mit Siebels Plänen zusammen, den Führungsstab deutlich auszubauen, um das schnelle Wachstum weiter voranzutreiben. Wahl scheint für diese Aufgabe geeignet, hatte er doch das US-Geschäftsvolumen der SAP binnen drei Jahren von 650 Millionen auf 2,2 Milliarden Dollar ausgebaut. Siebel stellte außerdem mit Thomas Hogan und Karen Riley zwei Topmanager von IBM ein.