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13.06.2003 - 

Entwicklerkonferenz Tech Ed von Microsoft in Dallas

Exchange Server im Plan, Yukon verspätet

MÜNCHEN (CW) - Auf seiner Entwicklerkonferenz "Tech Ed" gab Microsoft den Produktfahrplan für neue Versionen von "Biztalk" beziehungsweise "Jupiter" und "Exchange Server" bekannt. Verspäten wird sich das neue relationale Datenbanksystem mit dem Codenamen "Yukon".

Zu den Highlights der Entwicklerkonferenz Tech Ed in Dallas zählt die Integrationssoftware "Biztalk Server 2004". Sie verfügt über eine Workflow- sowie eine Business-Rules-Engine, mit denen sich Abläufe beziehungsweise Geschäftsprozesse steuern lassen. Solche Prozesse können Anwender in der Business Process Execution Language (BPEL) formulieren. Die von Microsoft und IBM entwickelte XML-Technik wird ab dem nächsten Release unterstützt. Das Produkt erlaubt es ferner, über Office-Produkte wie den Formular-Editor "Infopath" sowie die Tabellenkalkulation "Excel" Geschäftsdaten aus angebundenen Backend-Systemen auszulesen. Zwar liegt das neue Biztalk-Release bisher nur in einer Betaversion vor, soll aber nach den Plänen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Auf dem Weg zum Jupiter

Biztalk Server 2004 bildet zudem die Grundlage für Microsofts nächste Enterprise-Application-Integration-(EAI-)Lösung (Codename: "Jupiter"). Neben Biztalk werden darin der "Content Management Server" und der "Commerce Server" enthalten sein. Alle drei Produkte sind zurzeit noch einzeln erhältlich. Ob es dabei bleibt, dazu äußerte sich der Softwarekonzern nicht.

Mit Jupiter wirft Microsoft ein Paket in den Ring, das beispielsweise mit IBMs Websphere-Produktfamilie konkurriert. Auch Big Blues Infrastruktursuite enthält Content-Managegement- und Integrationsfunktionen. Mit dem Ausbau der Features zur Integration und Prozesssteuerung tritt das Softwarehaus noch stärker als bisher mit EAI-Spezialisten wie Webmethods, Tibco, Seebeyond und Bea Systems in Wettbewerb. Allerdings stützt sich Microsofts Ansatz auf die eigene .NET-Technik, die genannten Player jedoch bevorzugen die J2EE-Plattform als Infrastruktur. Mit einer Freigabe von Jupiter rechnet Microsoft nicht vor 2005.

Während Microsoft-Entwickler noch am Jupiter-Code feilen, kündigte David Wascha, Group Product Manager für E-Business-Servers, bereits die nächsten Schritte an: "In Phase zwei, etwa 2004 bis 2005, wollen wir Commerce, Content und Portalfunktionen zusammenbringen, dazu zählt die Integration in den ,Sharepoint Portal Server''." Da zu Portalumgebungen auch Single-Sign-on-Features gehören, über die ein Anwender nach einmaligem Login Zugriff auf eine Reihe von nachgelagerten Diensten und Anwendungen erhält, wird der neue Biztalk Server und damit auch Jupiter eine solche Funktion zur Verfügung stellen.

Exchange 5.5 weit verbreitet

Microsofts EAI-Strategie wirft unweigerlich die Frage nach dem Verbleib des "Host Integration Server" auf, der durch den Ausbau des Biztalk Server überflüssig werden dürfte. Eine Antwort hatte auch Wascha nicht parat. Möglicherweise würden die Funktionen des Host Integration Serverin anderen Microsoft-Produkten aufgehen. Die Betaversion des Biztalk Server 2004 steht auf der Website der Redmonder zum Download bereit.

Dem Betastadium entwachsen ist der Messaging-Server "Exchange Server 2003". Von ihm gibt es nun einen "Release Candidate 1". Mit der Software will Microsoft zahlreiche Kunden, die noch mit "Exchange 5.5" unter Windows NT Server arbeiten, zur Migration bewegen - der Konzern taxiert den Anteil dieser Nutzer auf 40 bis 60 Prozent. Aus diesem Grund verfügt das Produkt über eine Reihe von neuen Migrations-Tools. Ein Wechsel erweist sich unter anderem deshalb schwierig, da Firmen vom Domain-Modell der Version 5.5 auf das seit Exchange 2000 eingeführte Active Directory umsteigen müssen. Doch damit nicht genug: Der neue Messaging-Server verlangt als Betriebssystem Windows 2000 oder Windows Server 2003. Wer also von Exchange 5.5 unter NT auf das künftige Mail-System umsteigen will, muss zudem ein Windows-Upgrade vollziehen. Allerdings lassen sich die erweiterten VPN-Funktionen sowie das Backup-Tool "Volume Shadow Copy" nur unter Windows Server 2003 nutzen. Für Kunden, die Volumenlizenzen abnehmen, steht das Produkt in sechs bis acht Wochen zur Verfügung. Händler werden es ab dem vierten Quartal anbieten können.

Weniger präzise äußert sich Microsoft zur Verfügbarkeit der nächsten Version des SQL Server (Codename Yukon). Ursprünglich sollte die Datenbanksoftware in der ersten Hälfte des kommenden Jahres auf den Markt kommen, nun verschiebt der Hersteller das Erscheinungsdatum auf die zweite Jahreshälfte 2004. Eine erste Betaversion soll im Juni oder Juli freigegeben werden. "Da es sich um ein Major Release handelt, haben wir uns für eine einjährige Betaphase entschlossen", begründet Paul Flessner, Senior Vice President of Windows Server System, im Gespräch mit der CW-Schwesterzeitschrift "Computerworld". Zudem müsse die Ablaufumgebung "Common Language Runtime" (CLR) noch für Yukon angepasst werden. Die neue CLR gestattet es, Stored Procedures in Microsofts Programmiersprache "C#" zu schreiben. Bisher ist dies nur mit der ebenfalls hauseigenen Sprache "T-SQL" möglich, die Flessner lapidar als "nicht die beste Programmiersprache" bezeichnet. (fn)

PKI-Erweiterung

Microsoft und der auf Online-Sicherheitsdienste spezialisierte Anbieter Verisign wollen die Public-Key-(PKI-)Funktionen von Windows Server 2003 sowie Windows XP erweitern. PKIs bilden die Grundlage für elektronische Signaturen und erlauben zudem einen sicheren Fern- beziehungsweise Portalzugriff und die vertrauliche E-Mail-Kommunikation.

Die neuen Windows-Features basieren auf Verisigns "Managed PKI Services" und sollen es Firmen erleichtern, digitale Zertifikate, eine Art Gütesiegel für Signaturen, zu verteilen sowie zu erneuern. Zudem versprechen beide Anbieter die Interoperabilität der PKI-Funktionen im Microsoft-Betriebssystem mit denen anderer Hersteller, so dass der sichere Datenaustausch auch unternehmensübergreifend gewährleistet ist. Ende des Jahres sollen die PKI-Erweiterungen zur Verfügung stehen.