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Exchange und Notes sind Anwendern zu teuer

17.04.2008
Unternehmen erwägen, auf Mail-Systeme aus dem Web umzusteigen.

"Viele Firmen haben die Nase voll. Die Kosten für Lizenzen und Ressourcen schießen in die Höhe. IT-Leiter suchen nach billigeren und einfacher verwaltbaren E-Mail-Lösungen", fasst Karen Hobert, Analystin der Burton Group, in ihrem Blog die aktuelle Stimmungslage zusammen. Und dieser Verdruss, kombiniert mit dem Sparzwang in vielen Organisationen, ist Wasser auf die Mühlen von Google und dessen E-Mail-Dienst Google Mail. "Die Aussicht, durch den Web-Dienst viel Geld sparen zu können, überwiegt das vielleicht ungute Gefühl, seine E-Mails nicht mehr selbst zu verwalten."

Anbieter kommerzieller E-Mail-Software seien mitschuld an der Verstimmung. Beispielsweise würden Anwender oft über die komplizierte Lizenzpolitik und komplexe Server-Verwaltung von "Microsoft Exchange" klagen. Selbst eine extern betriebene Exchange-Lösung sei im Vergleich zu anderen E-Mail-Angeboten im Hosting-Verfahren immer noch teurer, kritisiert Hobert. Zahlten Unternehmen durchschnittlich 15 Dollar pro Nutzer und Monat für einen externen Exchange-Arbeitsplatz, verlange beispielsweise der E-Mail-Anbieter Zimbra nur rund fünf Dollar pro Monat.

Outlook-Client - Google-Server

Zudem werde Google in absehbarer Zeit den Umstieg erleichtern, indem Unternehmen intern weiter ihre Outlook-Clients nutzen können und nur die Server-Infrastruktur aufgeben müssen. Auch gibt es seit November eine neue Schnittstelle, mit der sich Mail-Server auf die E-Mail-Komponente von Google Apps (Premier, Education oder Partner Edition) migrieren lassen. Die Trennung von E-Mail-Server und E-Mail-Client erleichtere es der IT, auf Google und andere umzusteigen, ohne die Endanwender zu verärgern oder schulen zu müssen. Anbieter wie Postpath, Novell und Zimbra bieten bereits entsprechende Outlook-Konnektoren für ihre E-Mail-Server.

Kunden haben der Burton Group laut Hobert berichtet, dass sie durch den Umstieg auf Google Apps, zu denen Google Mail gehört, ihre bisherigen E-Mail-Kosten im Vergleich zu Exchange und anderen kommerziellen Produkten um 90 Prozent senken konnten. Angesichts eines solchen Einsparpotenzials wird klar, warum Google eine solch durchschlagende Wirkung im Markt hat. Trotzdem sollten Unternehmen alle Aspekte eines Umstiegs in Ruhe bewerten und auch andere Hosting-Angebote vergleichen. Google Mail hat immer noch einen Betastatus. Die IT sollte auch die möglichen Probleme eines Wechsels bedenken, beispielsweise welche Verfügbarkeit des Dienstes man benötigt.

Die wesentlich geringeren Kosten von Google Mail seien derzeit einfach ein Argument, an dem man kaum vorbeikomme, so Hobart. Microsoft und andere könnten dem entgegenwirken, indem sie ihre Preise senkten. "Würde es eine gehostete Exchange-Lösung für, sagen wir mal, 40 Dollar pro Nutzer und Jahr geben, würden die Telefone bei Microsoft-Partnern nicht mehr stillstehen." (as)