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02.03.1984 - 

Engpaß bei Halbleitern führt zum Wettrennen auf dem Markt

Existenz kleiner Betriebe gefährdet

TOKIO (VWD) - Bedenkliche Ausmaße nimmt die weltweite Angebotslücke bei Halbleitern ein. Beobachter in Tokio fürchten, daß aufgrund dieses Engpasses diverse Hersteller von Fertigprodukten ihre Produktionsziele für das laufende Jahr korrigieren müssen.

Selbst bei großen Elektrokonzernen, die selbst integrierte Schaltkreise herstellen, sei es schon zu "Wettrennen" einzelner Konzernabteilungen um die Belieferung gekommen. Auf der Lieferantenseite ist der Kapazitätsausbau im vollen Gange, da die neuen Anlagen aber nicht sofort in Betrieb gehen können, werde es noch eine Zeitlang dauern, bis die steigende Nachfrage von gedeckt werden könne. In Japan hält man es für möglich, daß vor allem kleinere Hersteller von Produkten, in denen Halbleiter eingesetzt werden, durch die Lieferschwierigkeiten der IC-Produzenten in finanzielle Schwierigkeiten kommen könnten.

Bereits seit Sommer vergangenen Jahres ist das Angebot von Halbleitern und anderen elektronischen Bauteilen in zunehmendem Maße geringer gewesen, als die Nachfrage.

Ausgelöst durch die wirtschaftliche Belebung in den USA hat sich weltweit die Nachfrage schnell belebt. Da Halbleiter heutzutage in sehr vielen Produkten - von Spielzeugen bis Raketen - verwendet werden, betrifft das Problem die gesamte Industrie. Der Lieferausfall eines einzigen IC-Typs könnte ganze Montagebänder zum Stillstand verurteilen, befürchtet man in Tokio. Als Beispiel wird ein kleineres japanische Unternehmen angeführt, das seine Produkte soweit zusammensetzt, wie das ohne die fehlenden Halbleiter geht und ansonsten "sehnsüchtig auf die Lieferung wartet".

Bei den führenden Geräteherstellern Japans gibt man sich noch ausgesprochen ruhig, da sie zumeist in der Lage sind, über ihre ausländischen Tochtergesellschaften und Büros den internationalen Markt weit im voraus nach Liefermöglichkeiten abzugrasen. Schwieriger ist die Situation bei kleineren Unternehmen. Viele von ihnen ordern heute das doppelte oder dreifache dessen was sie tatsächlich benötigen, weil sie befürchten, nur 20 oder 30 Prozent des georderten Volumens zu erhalten.