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18.09.1998 - 

1999 vier Messen an vier Standorten geplant

Existenzgründermesse Start wird zum Muß-Termin

Keine Frage: Die Gründerszene in Deutschland boomt. Nach dem Erfolg der ersten Start-Messe Ende Februar dieses Jahres in Nürnberg wurde sie jetzt in Essen wiederholt. Allerdings nicht mit der gleichen Resonanz. Nur knapp 20 000 Besucher und somit 8000 weniger als in Nürnberg kamen in die Ruhr-Stadt. Und das, obwohl sich die Zahl der Aussteller (hauptsächlich Gründerinitiativen, Banken und Sparkassen sowie Venture-Capital-Firmen) gegenüber dem Frühjahr von 100 auf 300 erhöht hatte. Dennoch zeigte sich der Veranstalter, die IMP International Marketing Partners GmbH aus Fürth, zufrieden. Die Start habe sich als "Leitmesse für die Selbständigkeit" in der Bundesrepublik etablieren können, hieß es. Auch die Aussteller hätten sich überwiegend zufrieden mit der Besucherfrequenz und der Qualität der Beratungsgespräche gezeigt. Entsprechend hoch seien bereits jetzt die Anmeldungen für die vier im kommenden Jahr geplanten Start-Messen in Nürnberg, Hamburg, Leipzig und Essen.

Zum Rahmenprogramm der Messe gehörten, ähnlich wie bei der ersten Veranstaltung in Nürnberg, mehr als 70 Vorträge und Podiumsdiskussionen. Hier konnten sich Firmengründer in spe über Themen wie Beteiligungskapital, Business-Pläne oder Franchising informieren. "Qualitative Beratung von Gründungswilligen" hieß das ehrgeizige Konzept des Veranstalters. Gleichzeitig wurde jedoch auch der - durchaus gewollte - weitgehend regionale Charakter des Existenzgründertreffens deutlich.

So präsentierte sich zum Beispiel unter dem Motto "Gründungsland NRW" die nordrhein-westfälische Gründungsoffensive "GO!". Das breite Angebotsspektrum der dort vertretenen rund 50 Aussteller reicht von der Erstinformation über verschiedene Finanzierungsformen bis hin zur Begleitberatung bereits gegründeter Start-ups, dem sogenannten Coaching. In Rahmen dieser seit Ende 1995 laufenden Initiative wurden bisher knapp 3000 Firmenneugründungen gefördert, hieß es in Essen.

Wichtige Anlaufstelle für Firmengründer im Rhein-Ruhr-Gebiet ist daneben der Verein der Technologiezentren im Land Nordrhein-Westfalen (TZ NRW e.V.). Allein Nordrhein-Westfalen verfügt jüngsten Angaben zufolge mit 62 Technologie- und Gründerzentren (TGZ) über rund ein Viertel aller vergleichbaren Einrichtungen in Deutschland (siehe Abbildung Seite 59). Zum Angebotssportfolio dieser Gründerzentren gehören beispielsweise die fachliche Beratung von Newcomern, die kostengünstige Vermietung von Büroräumen sowie die Bereitstellung von technischem Equipment.

Kontaktbörse im Web für Kunden- und Partnersuche

Seit der diesjährigen CeBIT steht übrigens Interessenten auch der vom TZ NRW eingerichtete Online-Dienst "Tec World" als Informations- und Kommunikationsplattform zur Verfügung. Unter http://www.tecworld.de kann man sich über die derzeit 5500 in den insgesamt knapp 270 deutschen Technologiezentren betreuten Firmen informieren. Rund ein Drittel der hier registrierten Start-ups ist im IT- oder TK-Bereich tätig. Die Web-Kontaktbörse soll Existenzgründern vor allem auch bei der Suche nach Kooperationspartnern und Kunden helfen. Zu den hier aufgelisteten Start-ups gehört beispielsweise die Provisio GmbH, die seit kurzem unter Sitepark GmbH firmiert. Das vor zwei Jahren gegründete Unternehmen entwickelt Kiosk-Browser für öffentliche Terminals und vertreibt die Software "Sitekiosk" ausschließlich über das Internet. Ein Beispiel, das zeigt, daß die kommerzielle Nutzung des Web gerade Existenzgründern durchaus vielversprechende Startchancen bieten kann.

Damit das Unternehmen Zukunft, so ein weiteres Schlagwort des Veranstalters, nicht bereits in der Anfangsphase an mangelndem Kapital zu scheitern droht, war man auch auf der Start bemüht, Licht in den Förderdschungel aus Programmen der Länder, des Bundes und der EU zu bringen. So haben das Land Nordrhein-Westfalen, der Bund und die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) in einem gemeinsamen Projekt Förderprogramme für Jungunternehmen zum Thema "Gründungs- und Wachstumsfinanzierung" zusammengefaßt. Allein in den ersten beiden Monaten seit dem Start des Programms im Juni 1998 wurden den Angaben zufolge 1553 Anträge gestellt und rund 528 Millionen Mark bewilligt.

Mit "win", Wagniskapital für Innovationen GmbH, finden Gründer seit Beginn des Jahres an der Düsseldorfer Börse eine Agentur, die Kontakte zu Beteiligungsgesellschaften und damit Risikokapital vermittelt. Eine insbesondere für High-Tech-Unternehmen wichtige Anlaufstelle, da diese oftmals schon in der Gründungsphase hohe Investitionssummen aufwenden müssen. Vor allem die Übergangsphase von der Entwicklung zur Fertigungsstellung eines Produkts und dessen Markteinführung verschlingt bekanntlich oft Millionen. Ein Start-Beitrag zur Statistik: 1997 investierten insgesamt 120 Beteiligungsgesellschaften und Venture-Capital-Firmen rund 2,6 Milliarden Mark in 1000 junge Unternehmen beziehungsweise Neugründungen, hieß es in Essen. Die Erfolgsstory so mancher Vorzeige-Start-ups darf aber, auch das wurde von vielen Experten auf der Start-Messe betont, nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Insolvenzquote bei Newcomern nach wie sehr hoch ist und zwischen 30 und 50 Prozent liegt.