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06.12.1996 - 

Ohne Switching geht bald nichts mehr

Experten bezweifeln Kostensenkung durch Network Computer

Zwar ist davon auszugehen, daß mit Hilfe des NCs die Costs of Ownership für die Arbeitsplatzrechner in der Tat wie proklamiert kräftig sinken werden. Das gesparte Geld muß aber statt dessen in die Netzwerke gesteckt werden, befürchten verschiedene Experten.

Die LAN- und WAN-Infrastruktur muß für den Einsatz von NCs kräftig erweitert werden. Trent Waterhouse, Program Manager LAN Switching bei Cabletron, fühlt sich an das Aufkommen der X-Terminals erinnert: "X-Terminals konnten sich nicht durchsetzen, weil seinerzeit die Infrastruktur aus Hubs und Routern bestand, die das Datenaufkommen nicht verkrafteten. Hat sich damals nicht jeder beklagt, wenn er grafische Anwendungen remote fahren wollte?"

Für die NCs erwartet Rob Newman, Vice-President für LAN-Backbone-Produkte bei Bay Networks, ein ähnliches Szenario: "Der durch die NCs erforderliche Zuwachs an Bandbreite wird dramatisch sein." Newman geht davon aus, daß die Anwender ihre Netzwerke von Hubs und Routern auf Switching-Technik umstellen müssen, um Netzwerk-Computer sinnvoll einsetzen zu können.

Ähnliche Bedenken äußern die Hersteller von Servern. Sie erwarten, daß ihre Produkte sowohl leistungsstärker als auch vermehrt geclustert werden müssen, um den Anforderungen von Rechnern gerecht zu werden, die ohne Server und Netzwerkverbindungen nutzlos sind.

Jayshree Ullal, bei Cisco als Vice-President zuständig für das Marketing der Switching-Produkte, erwartet für die Zukunft einen echten Paradigmenwechsel im Netzwerkbereich: "Die alte 80-zu-20-Regel, nach der 80 Prozent allen Datenaufkommens lokal und nur 20 Prozent remote sind, wird bald der Vergangenheit angehören." Diese Veränderungen bedeuten laut Ullal gleichzeitig, daß die Daten von einem NC immer weitere Wege zurücklegen müßten, bis sie beim zuständigen Server ankämen.

Bei der Verkabelung dürfte für ein geswitchtes LAN die Untergrenze bei 10-Mbit/s-Ethernet liegen. Aber auch 100 Mbit/s und schnellere Technologien können stellenweise erforderlich werden. Lokale Server brauchen die Switches, um jedem NC seine Bandbreite dediziert zuzuteilen. Derzeit sind die günstigsten Zwölf-Port-Switches für knapp 4000 Dollar zu haben, die preiswertesten 24-Port-Geräte kosten etwa 5000 Dollar.

Viele Workgroup-Switches verfügen zudem nicht über die nötigen Uplinks zur Anbindung an größere und schnellere Switches. Der Kauf solcher Optionen kostet zwischen 700 und 5000 Dollar pro Switch, je nachdem, welche Technologie zum Einsatz kommt. Dabei schlägt zum heutigen Zeitpunkt ein Fast-Ethernet-Switch mit 100 Mbit/s und acht Anschlüssen mit etwa 8000 Dollar zu Buche, rund doppelt soviel kostet ein vergleichbarer ATM-Switch.