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16.02.1990 - 

In Amerika herrscht Angst vor japanischen und europäischen Erfolgen

Experten sehen Dominanz der US-DV-Industrie gefährdet

WASHINGTON D.C. (IDG) - Die amerikanische Computerindustrie geht angesichts der Fortschritte von Japanern und Europäern bei der Halbleiter-Produktion und der Entwicklung von Software harten Zeiten entgegen, so die jetzt veröffentlichte Zusammenfassung eines Kolloquiums zum Thema "Konkurrenzfähigkeit der US-Computerindustrie", das vom amerikanischen Forschungsministerium gesponsort worden ist.

Besonders ein möglicherweise entstehendes asiatisches Halbleiter-Kartell sowie die Bedrohung der US-Software-Entwickler durch Japaner und Europäer könnten Amerikas DV-Industrie entscheidend schwächen, warnen laut Bericht die Teilnehmer des Kolloquiums, das im Mai 1989 stattfand.

Um die Vormachtstellung der amerikanischen Computertechnologie aufrecht erhalten zu können, seien im Gegensatz zum heutigen "Business-as-usual"-Ansatz eine bessere Planung und Führung durch Industrie und Regierung notwendig. Nur Zuwächse in Randgebieten würden nicht ausreichen, so der Tenor der Aussagen.

Mehrere Redner des Kolloquiums wiesen darauf hin, daß sich die Probleme der US-Halbleiter-Hersteller nicht nur auf die Elektronik-Industrie auswirken würden, wenn die heutigen Trends anhielten. "Die Dominanz einiger asiatischer Mischkonzerne in wichtigen Bereichen der Halbleiter-Technologie", heißt es in dem Bericht, "versetzen diese Unternehmen in die Lage, die Versorgung der amerikanischen Computerproduzenten mit lebenswichtigen Bauteilen zu kontrollieren."

Außerdem könnten, so warnten andere Sprecher während des Forums, Europäer und Japaner schon bald die heutige Vormachtstellung der US-Software-Industrie gefährden. Ihnen zufolge sind die Fortschritte, die innerhalb der Europäischen Gemeinschaft in Sachen Software-Engineering erzielt worden seien, genauso ernstzunehmen wie das Vorhaben von 40 japanischen Unternehmen, die sich entschlossen haben, die Entwicklung von Unix-Software gemeinsam voranzutreiben.

"Die Offenheit von Unix", erklärte James H. Morris, Professor für Computer-Wissenschaft an der Carnegie-Mellon Universität, "bietet den Japanern eine ideale Plattform für das Eindringen in den amerikanischen Markt." Weil die USA seit langem Marktführer bei Software wären, "ist das ein Gebiet, auf dem wir lernen müssen, stark zu bleiben, anstatt die Vorherrschaft als gesichert zu betrachten", fügte der stellvertretende Entwicklungschef von Digital Equipment, Samuel H. Fuller, den Äußerungen von Morris hinzu.

Zwar wird in dem Bericht keine nationale Industriepolitik gefordert, aber - so das übereinstimmende Urteil der Experten die Konkurrenzfähigkeit der US-Computerindustrie sei nur durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Industrie einerseits und Universitäten sowie der Regierung andererseits zu erhalten.