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Trotz gegenteiliger Ankündigung

Explorer ist nicht mit Java 1.1 kompatibel

15.08.1997

Die Gates-Company fährt bei Java einen Zickzack-Kurs: Nachdem sie sich ursprünglich nicht auf volle Kompatibilität mit dem JDK 1.1 festlegen wollte, später diese aber zusicherte, soll der Internet Explorer 4.0 nun wesentliche Funktionen des JDK 1.1 doch nicht unterstützen. Am heftigsten führen Sun und Microsoft die Auseinandersetzung um die Java Foundation Classes (JFC), die zur Erstellung von grafischen Oberflächen dienen. Nach eigener Aussage können die Redmonder den Anwendern kein Betriebssystem zumuten, das durch eine 1,5 MB große Klassenbibliothek unnötig aufgebläht wird. Statt dessen werden in Zukunft die hauseigenen Application Foundation Classes (AFC) zum Lieferumfang des von Microsoft gelieferten Produkts gehören.

Diese Entscheidung ist für Benutzer des Internet Explorer nicht folgenschwer, sie müssen nur bei der ersten mit JFC geschriebenen Anwendung mit einer längeren Download-Zeit für die nötigen Klassen rechnen. Weit gravierender sind zusätzliche Kompatibilitätsmängel des Browsers. Allen voran wird die fehlende Unterstützung für die Remote Method Invocation (RMI) Anwendern Probleme bereiten. Es handelt sich dabei um eine Technik, mit deren Hilfe entfernte Java-Objekte miteinander kommunizieren können. Da sie über den Internet Explorer nicht genutzt werden kann, ist dieser nicht für Applikationen geeignet, die auf Basis von IBMs "San-Francisco"-Framework (siehe CW Nr. 31 vom 1. August 1997, Seite 13) entwickelt wurden. Dieses macht nämlich häufig Gebrauch von RMI. Microsoft setzt statt dessen auf das hauseigene Component Object Model (COM).

Ebenfalls durch proprietäre Technologien ersetzt der Windows-Anbieter zwei weitere Java-1.1-Funktionen: Das Signieren von Applets für den Nachweis ihrer Herkunft und das "Native Interface" für den direkten Zugriff auf plattformabhängigen Code.

Dave Smith, Analyst bei der Gartner Group, beurteilt das Vorgehen der Gates-Company als Versuch, Anwender zu verwirren und zu verunsichern.