Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Facelifting für den BI-Client

05.07.2008
Von Peter Chamoni
Anwendungen für Analyse und Reporting lassen sich durch die Nutzung von Dashboards, Ajax und Mashups grafisch ansprechender und interaktiver machen.

Die heute von Analysten und Herstellern skandierte Forderung nach "Business Intelligence für alle" ist alles andere als neu. Schon so genannte Executive-Information-Systeme (EIS), die vor 15 Jahren Hype waren, wurden bald darauf auch als "Everybody‚Äôs Information Systeme" beschworen. Bereits damals sollten die grafisch aufbereiteten Geschäftsdaten von EIS-Lösungen nicht nur in den "War Rooms" der Geschäftsleitung zur Betrachtung von Kennzahlen (Key Performance Indicators = KPIs) dienen, sondern alle Entscheidungsträger im Unternehmen mit aktuellen Informationen versorgen.

Hier lesen Sie "

die wichtigsten Trends bei der Client-Entwicklung; wozu Rich Clients dienen; welche Vor- und Nachteile Mashups haben.

Die damaligen Führungsinformationssysteme besaßen eine anmutige grafische Benutzeroberfläche (GUI), konnten Abweichungsanalysen farbig codieren (Traffic Lightning), waren datengetrieben und dynamisch. Dass EIS dennoch keine breite Akzeptanz fanden, lag daran, dass eine schnelle und konsistente Datenlieferung aus den operativen Systemen fehlte. Als Lösung entstand das Data Warehouse - eine konsequente Entwicklung, die der Erkenntnis folgte, dass ein Frontend nur so gut sein kann, wie sein Backend es zulässt.

Instrumententafeln für jedermann

Heute sind Komponenten zur Visualisierung von Statusinformationen in allen Informationssystemen zur Prozesskontrolle und Steuerung eine Selbstverständlichkeit. Ebenso kommen sie in Leitstandsystemen und in Systemen für ein Corporate Performance Management (CPM) zum Einsatz. Daher sollte nicht mehr über das Ob, sondern nur noch über das Wie der grafischen Aufbereitung von Geschäftsinformationen diskutiert werden. Aktuell ist vor allem das Interesse an Dashboards groß. Sie stellen quasi als zentrale Instrumententafeln den Entscheidungsträgern auf einen Blick die wichtigsten geschäftlichen Kennzahlen für das Controlling in Form von Tachometern oder Messinstrumenten bereit. Dashboards sind kein Privileg des Top-Managements, denn alle Management-Ebenen sind der Unternehmensstrategie verpflichtet und müssen ihren Beitrag zur Zielerreichung liefern. Das bedeutet, dass sie eine komfortable Oberfläche zur Analyse aller Geschäftsvorgänge benötigen.

Dashboards können komplexe Strukturen und Zusammenhänge auf einer Bildschirmseite übersichtlich darstellen. Dabei sind die Inhalte auf die spezifische Aufgabenstellung der Nutzer abgestimmt. Dashboards müssen sich daher flexibel auf die individuellen Anforderungen unterschiedlicher Zielgruppen zuschneiden lassen. Hier sind also Werkzeuge gefragt, die schnell personalisierte Dashboards generieren und deren unternehmensweite Verteilung und Pflege unterstützen.

Im Gegensatz zu BI-Portalen, die einen zentralen und synchronisierten Zugang mit "Single-sign-on" zu unterschiedlichen Informationen und Analyseawendungen eröffnen, bieten traditionelle Performance-Dashboards lediglich aggregierte Kennzahlen in Form von Balanced Scorecards ohne wesentliche Interaktionsfunktionen an. Doch gerade Letztere verlangen so genannte Power User, die nicht nur Standardberichte konsumieren, sondern komplexe Ad-hoc-Analysen vornehmen wollen. Eine Lösung stellen entweder der Einsatz von Portlets im Dashboard dar, die Analyse-Requests von einem Browser an Web-Server senden und eine schnelle Navigation durch multidimensionale Informationsräume ermöglichen, oder Rich Clients, die eigene Business-Logik enthalten.

Letztere sind zwar auch von Analyse-Servern abhängig, können sich aber durch geschickte Update-Prozeduren potenziell autark halten, was für mobile BI-Anwendungen notwendig ist. Zudem verwenden Rich Clients Techniken, die ein hohes Maß an Interaktivität versprechen und beispielsweise ohne das Installieren von Java-Applets auskommen. Stattdessen wird etwa die Web-2.0-Technik Ajax (Asynchronous Javascript and XML) verwendet, die bei der Aktualisierung von Inhalten keinen kompletten Neuaufbau von Web-Seiten erforderlich macht. Per HTTP liefert der Browser angefragte Web-Seiten aus, in denen Javascript-Code enthalten ist, der auf dem Client ausgeführt wird. Dieser Javascript-Code reagiert auf Benutzeraktionen und sendet spezifische XML-Http-Requests an den Analyse-Server. Die Antwort des Servers wird mittels Javascript und Document Object Model (DOM) interpretiert und auf der Seite angezeigt. Dabei können bestimmte Aktionen auch lokal ohne Interaktion mit dem Server stattfinden (Plausibilitätsprüfungen, Refresh etc.). Der Vorteil gegenüber klassischen Web-Anwendungen besteht darin, dass HTML-Seiten nicht jedes mal neu geladen werden müssen. Ajax-Applikationen generieren Anfragen, die asynchron im Hintergrund ausgeführt werden, so dass die Seite sichtbar bleibt und weiterbearbeitet werden kann. Interaktionen blockieren also die aktuelle Seite nicht. Damit ergibt sich eine bessere Bedienbarkeit für den Anwender. Diesem Vorteil steht aber ein erheblicher Mehraufwand entgegen, da zusätzliche Techniken und Frameworks zu beherrschen sind und die Client- wie auch die Server-Logik kompliziert ist. Die große Stärke von Ajax ist die Integration bestehender Anwendungen, wobei Anwender Pageflows oder Single-Sign-on noch eigenhändig implementieren müssen.

BI-Anwendungen als Mashups

Eine weitere aus dem Internet stammende Entwicklung sind Mashups. Diese kombinieren Daten (Services) aus verschiedenen Quellen, um Dashboards, Berichte und Portale anzureichern. Technisch sind heute viele Mashups als Gadgets verfügbar. Diese Softwarebausteine verbinden beispielsweise Karten aus "Google Maps" mit Informationen für Touristen oder visualisieren "Brennpunkte" aus einer Kriminalstatistik. Die Kombination von Geoinformationen und Zeitreihen aus der Statistik ist nicht neu, bekommt aber durch Mashups eine andere Qualität. Für den Aufbau von Dashboards beispielsweise bedeutet dies, dass sie nicht länger proprietär oder plattformgebunden sind, sondern Anwender sie frei konfigurieren und vielfältige Web-Services einbinden können. Aus dem spielerischen Umgang mit "gemashten" Services kann eine produktive BI-Umgebung entstehen.

Probleme mit externen Diensten

Die Integration von externen Services wie Google Maps oder von Marktdaten in die unternehmensweite BI-Landschaft wirft allerdings die Frage auf, ob eine Kombination dieser Dienste mit internen Unternehmensdaten einer IT-Governance zuwiderläuft. Spätestens aber bei der Übermittlung von unternehmensstrategischen BI-Fragestellungen an externe Web-Services wird die Brisanz der Mashups deutlich. Wer sichert zum Beispiel die Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit der eingebundenen Dienstleistungen? Allzu oft sind die Dienste und deren Anbieter nicht von Dauer, was die hohe Produktivität und Interoperabilität eines Mashups schnell verringern kann.

Vorteile überwiegen

Techniken wie Ajax und Mashups geben dennoch positive Impulse für die Weiterentwicklungen von BI-Plattformen, denn sie ermöglichen die heute von analytischen Informationssystemen geforderten grafisch ansprechenden Oberflächen und Interaktivität. Zudem lassen sich in BI-Anwendungen Animationen mit "Adobe Flash" oder "Microsoft Silverlight" implementieren, auch wenn Standardbibliotheken noch fehlen. Es wäre schon viel geholfen, wenn alle BI-Produkte über dynamisches HTML verfügten. Dem BI-Nutzer bieten interaktive Web-Berichte, die mit vorparametrierten Verbindungen zu externen Diensten angereichert sind, einen hohen Komfort. Im Einzelfall ist aber das Risiko der asynchronen Verbindungen zu Serviceanbietern zu bewerten. Gegen den internen Einsatz der beschriebenen Technologien spricht nichts, lediglich die erhöhte Komplexität. (as)