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17.04.1992 - 

Butler-Cox-Analysten warnen vor planloser Dezentralisierung

Fachbereiche sind mit ihren DV-Aufgaben oft überfordert

MÜNCHEN (CW) - Downsizing und die Einführung dezentraler DV-Umgebungen führen in vielen Unternehmen dazu, daß zentrale Bereiche der Informationsverarbeitung auf die zuständigen Fach- oder Geschäftsbereiche verteilt werden. In vielen Fällen sind jedoch die Fachbereichs-Manager diesen neuen Aufgaben nicht gewachsen.

Umstrukturierungsmaßnahmen im DV-Bereich, wie sie heute immer häufiger durchgeführt werden, haben nach einer Studie der Münchner Unternehmensberatung Butler Cox GmbH zur Folge, daß Fachbereichs-Manager auch Steuerungs- und Kontrollmöglichkeiten über ihre DV-Aktivitäten fordern. Wird die Dezentralisierung ohne Plan durchgeführt, so stehen die Betroffenen plötzlich vor dem Problem, daß ihre Computersysteme nicht miteinander kommunizieren oder, daß die Mitarbeiter in Fachbereichen beziehungsweise der zentralen DV-Abteilung die Zusammenarbeit boykottieren.

Föderalistische Strukturen in der unternehmensweiten Informationsverarbeitung steigern nach Ansicht der Marktforscher den Erfolg eines Unternehmens - aber nur, wenn das erforderliche Fachwissen und die nötige Sorgfalt vorhanden sind. Wegen mangelhafter Planung bestehe in vielen Unternehmen die Gefahr, daß Fachbereiche ihre DV-Aufgaben nicht in den Griff bekämen und daher zu unkoordinierten und planlosen Aktivitäten neigten. An Stelle föderalistischer Strukturen entstünden isolierte Inseln, die dem Unternehmen großen Schaden zufügen könnten. In ihrer Studie "Die Verteilung der IV-Verantwortung - Ein Management-Thema" schlagen die Marktbeobachter vor, die Föderalisierung strategisch zu planen.

Nach einer umfassenden Ist- und Soll-Analyse sollten die Zuständigkeiten neu überprüft und entsprechend verteilt werden. Nützlich seien die DV-Planung für einzelne Geschäftsbereiche, die Erstellung von Gruppenrichtlinien sowie eine detaillierte Ressourcenzuordnung.

Zwei Verantwortungsbereiche sollten nach Ansicht der Butler-Cox-Analysten im Mittelpunkt stehen. Zunächst ist die Strategie der Informationsverarbeitung zu definieren, wobei es um die Frage geht, welche Anwendungen zur Unterstützung des Geschäfts erforderlich sind. Hier müssen in erster Linie die Fach- und Geschäftsbereiche die Verantwortung tragen.

Zweitens ist die Frage zu beantworten, wie die Anwendungen bereitgestellt werden. Im Rahmen dieser Strategie sind die Bereiche technische Architekturen, Standards und Vorgaben abzudecken. Wegen der vielen technischen Fragen, die hier zu klären sind, sollte die Verantwortung weitgehend zentralisiert sein.