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14.10.1988 - 

CIM erfordert Zusammenarbeit zwischen DV- und Fachabteilungen:

Fachübergreifende Zusammenhänge sind gefragt

Die Zeiten, in denen DV als Geheimwissenschaft galt, sind weitgehend vorbei. Kaum eine DV-Führungskraft wird sich allein aufgrund des "Herrschaftswissens" behaupten können. Vor allem bei CIM-Projekten muß das Know-how sowohl der DV- als auch der Fachabteilung genutzt werden. Dr. Klaus Richter* setzt sich mit den Personalmanagement-Aufgaben im CIM-Bereich auseinander.

DV-Know-how ist mittlerweile zum Allgemeingut geworden. Es ist zunehmend auch in den Fachabteilungen vorhanden und wird hier auch dringend benötigt. Das erleichtert die Arbeit, kann sie aber auch erschweren, weil nun jeder, auch bei lückenhaftem Wissen, mitreden will.

Mit der Einführung umfassender integrierter Informations- und Kommunikationssysteme gewinnt die Datenverarbeitung eine über die rein automatisierte Abwicklung von Geschäftsprozessen hinaus-gehende neue Qualität.

Die Fertigungsindustrie in der Bundesrepublik Deutschland beschäftigt sich derzeit intensiv mit CIM.

Mitarbeiter neuer Machart sind nötig

Die Vorbereitung und Durchführung eines CIM-Projektes mit all seinen Konsequenzen für die DV-Technik und die Arbeitsorganisation macht das Zusammenwirken aller Fachbereiche erforderlich.

CIM ist keine Aufgabe, die allein vom DV-Personal gelöst werden kann. Die erfolgreiche Lösung dieser Aufgabe steht in direktem Zusammenhang mit der künftigen Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Die Schwierigkeiten auf dem Weg zur rechnerintegrierten Fabrik liegen im organisatorischen und personellen Bereich. Das zeigt unsere Erfahrung aus zahlreichen Projekten.

Die Informationsverarbeitung technisch in den Griff zu bekommen, ist sicherlich ein ebenso höchst anspruchsvolles, kompliziertes und komplexes Problem; aber es ist - wenn auch mit Mühe - lösbar.

Die Bewältigung der organisatorischen und personellen Probleme setzt jedoch ein Umdenken im Unternehmen voraus. In letzter Konsequenz wird vielfach der "neue Mitarbeiter" gefordert.

Der Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften setzt der Akquisition neuer Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt jedoch sehr schnell Grenzen. Außerdem würde hierbei das Erfahrungswissen der vorhandenen bewährten Mitarbeiter im Unternehmen verschenkt und nicht genügend für das Projekt genutzt.

Die Einbringung dieses Erfahrungswissens bei gleichzeitiger Motivation für die in Gang zu setzenden Veränderungen ist die Personalmanagementaufgabe im Rahmen eines CIM-Projektes.

CIM-Qualifizierungsprogramme dürfen nicht auf die DV-Abteilung beschränkt sein, sie müssen vielmehr die Fachabteilungen mit einschließen. CIM-Qualifizierungsmaßnahmen sind mehr als nackte DV-Bedienerschulung im herkömmlichen Sinne. Sie vermitteln übergeordnetes Fachwissen, Organisationswissen und Prozeßwissen über die übergreifenden Zusammenhänge im Unternehmen.

Im weiteren Schritt müssen diese Wissensinhalte durch sozial-kommunikative Trainings ergänzt werden.

Die CIM-Einführung im Unternehmen verlangt vielfältige Prozesse der Konsensbildung. Die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Fachabteilungen ist unabdingbare Voraussetzung für funktionierende CIM-Systeme. Hierbei müssen oft auch alte Zöpfe abgeschnitten werden und neue Organisationsformen gefunden werden. Dies ist ein oft schmerzlicher Prozeß, der in zähem Ringen um die beste Lösung durchlaufen werden muß.

CIM hat mit Computern zu tun, also ist zunächst vielfach die DV-Abteilung zuständig. Für den DV-Manager, dem die Aufgabe zufällt, ein CIM-Projekt zu leiten, kommt es darauf an, die unterschiedlichen Interessenslagen im Unternehmen zu erkennen und alle Beteiligten auf die für das Unternehmen für richtig erachtete Gesamtlinie "einzuschwören".

Die Ausbildung von DV-Führungskräften sollte daher unbedingt auch ein Moderatorentraining mit beinhalten. In Kommunikations-trainings lernt der künftige DV-Manager Gesprächsführung und Präsentationstechniken. Dies ist wichtig, um die Bedürfnisse der Anwender aufnehmen zu können und diese in die zu entwerfenden Konzepte einzubauen. Darüber hinaus müssen fertige Konzepte und Pläne präsentiert und der Unternehmensleitung wie auch den Anwendern "verkauft" werden.

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*Dr. Klaus Richter ist Mitglied der Geschäftsführung bei der Scientific Consulting Dr. Schulte-Hillen BDU in Köln.