Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.08.1987 - 

DV-Markt in Österreich noch unterentwickelt:

Fachverband arbeitet an neuem Berufsbild

14.08.1987

WIEN (apa) - Die Formulierung eines neuen Berufsbildes für die DV-Branche kündigte der stellvertretende Vorstand des Fachverbandes Unternehmensberatung und Datenverarbeitung, Paul Michal, an. Seiner Ansicht nach hat sich das Berufsbild des DV- Spezialisten von der klassischen Datenverarbeitung im Rechenzentrum zu neuen Aufgaben der Softwareentwicklung, Beratung und Systemanalyse erweitert.

In dem im Oktober 1985 gegründeten Fachverband organisierten sich zum damaligen Zeitpunkt rund 1900 Datenverarbeiter und 1100 Unternehmensberater. Michal, zuständig für die Untergruppe DV, bezeichnete die DV-Organisationsberatung neben der Software-Entwicklung als wesentliches Betätigungsfeld der DV-Unternehmen. Die Investition in Computer könne die Organisationsprobleme von Unternehmen nicht lösen, da Rechner nur Werkzeuge zur Rationalisierung seien. Das gelte vor allem für Klein- und Mittelbetriebe, die sich keine eigenen DV-Spezialisten leisten können, wie Michal betonte.

Michal bestätigte die Ansicht, daß die DV-Anwendung in Österreich unterentwickelt sei. Die Hoffnung der DV-Hersteller läge bei den Klein- und Mittelbetrieben, in denen sich jedoch das Generationsproblem als Hemmnis auswirke. Nicht zuletzt aus Zeitgründen sei die Bereitschaft älterer Betriebsangehöriger gering, Weiterbildungsangebote anzunehmen.

Mit der Entwicklung des PC sei die Datenverarbeitung für breitere Bevölkerungskreise erschwinglich geworden. Michal warnte jedoch davor, die Möglichkeiten des PC zu überschätzen. Für ein DV-System das in einem Unternehmen für die Auftragserfassung, Fakturierung und Buchhaltung und im Bestellwesen eingesetzt werde, müsse der Unternehmer mit einer Mehrplatzinstallation rechnen. Bei acht Arbeitsplätzen würde das eine Investition von rund drei Millionen Schilling bedeuten. Die Anschaffung von zwei PCs für rund 500 000 Schilling dürfe nur als kurzfristige Lösung angesehen werden.

Die österreichischen Softwareanbieter sind überwiegend kleinbetrieblich strukturiert. Die Unternehmen seien nicht finanzkräftig genug um umsatzträchtige Standardprodukte zu entwickeln. Dafür seien rund zehn Millionen Dollar Entwicklungskosten und weitere 15 Millionen Dollar an Marketingaufwand erforderlich. Die Chance österreichischer Softwarehersteller sieht Michal in Branchenlösungen.

Ein Problem der DV-Branche sei das widerrechtliche Kopieren von Software, da bei den verkauften Stückzahlen häufig nicht einmal die Entwicklungskosten erreicht würden. Michal sprach sich dafür aus, das Kopieren von Software nicht als Gentleman-Delikt zu werten, sondern als Diebstahl zu ahnden.