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19.11.1998 - 

Anhaltende Spekulationen

Fällt Digitals SME-Unit an die niederländische Simac-Gruppe?

MÜNCHEN (CW) - Insgesamt 146 Servicefachkräfte von Digital Equipment werden aller Voraussicht nach unter das Dach der deutschen Simac ICT GmbH, Hannover, schlüpfen. Mit diesem Deal würde der niederländische Baan-Systempartner nicht nur die Zahl seiner Mitarbeiter in Deutschland verdoppeln, sondern auch einen kräftigen Umsatzsprung machen.

Auch wenn sich Simac-Geschäftsführer Thomas Kollbach immer noch bedeckt hält - der Verkauf der Digital-Betriebssparte Small and Medium Business (SME) scheint nach schwierigen Verhandlungen jetzt Gestalt anzunehmen. Konkret geht es um die 146 im Servicebereich Multivendor Customer Services (MCS) angesiedelten Mitarbeiter, die von der Simac Services GmbH, Hannover, einer Tochter der Simac ICT GmbH, übernommen werden sollen. Im Zuge des Deals würden auch über 3000 bisherige Digital-Kunden und knapp 6000 Wartungsverträge an Simac fallen.

Der jüngste Zukauf ist Teil der Expansionsstrategie, die die bereits 1971 gegründete niederländische Simac Techniek NV Holding (Jahresumsatz 1997: umgerechnet rund 440 Millionen Mark) derzeit in Deutschland fährt. Denn noch ist die deutsche Tochter im Prinzip ein Neuling in der Branche. Im Oktober 1996 gegründet, kam das Unternehmen im Geschäftsjahr 1997 auf einen Umsatz von 8,5 Millionen Mark. Mit der holländischen Mutter im Rücken verleibten sich die Newcomer in den letzten Monaten jedoch eine Reihe kleiner Service-Anbieter ein, darunter die Cobit Organisations- und EDV-Beratungs GmbH, Biberach, die Reutlinger Jenoptik Systemhaus GmbH und die B&K Datensysteme GmbH in Montabaur. Bilanz der Einkaufstour: Ende September 1998 ist Simac in Deutschland zu einem 190 Mitarbeiter zählenden Systemhaus mit rund 40 Millionen Mark Umsatz angewachsen.

Digital-Truppe schon in der Bilanz eingeplant

Noch im laufenden Geschäftsjahr verfolgen die Hannoveraner das ehrgeizige Ziel, den Umsatz auf 120 Millionen Mark zu verdreifachen. Um diesen Sprung zu schaffen, ist die vor der Entlassung stehende Digital-Truppe vermutlich schon in den Bilanzen eingeplant - auch wenn der Merger offiziell noch nicht unter Dach und Fach ist.

Angeblich hat sich die ursprünglich bereits für Anfang November geplante MCS-Übernahme vor allem infolge schwieriger Verhandlungen in puncto Tarifverträge immer wieder verzögert. Das Durchschnittsalter der betroffenen Digital-Mitarbeiter liegt bei 44 Jahren; ihre durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei 17 Jahren. Vor diesem Hintergrund dürften sich Gehaltsgespräche nicht einfach gestalten.

Bereits vor Wochen hatte Compaq-Deutschland-Chefin Gerrit Huy von Übernahmegeprächen mit einem interessierten Käufer gesprochen. Branchenkenner kritisierten indes, offensichtlich munitioniert vom Digital-Betriebsrat, daß sich Compaq (in Deutschland stehen bekanntlich insgesamt 799 Arbeitsplätze zur Disposi- tion) mit dem Teilverkauf der MCS-Division von einer "Goldgrube" trennt, die als einzige Digital-Abteilung schwarze Zahlen schreibt. DEC-intern wird jedenfalls, so viel steht fest, der vermeintliche Käufer nicht gerade als der "große Hit" gehandelt.

Daraus, daß es Simac - wenn der Deal nicht noch in letzter Minute platzt - in erster Linie um den Erwerb qualifizierter Mitarbeiter geht, macht Firmenchef Kollbach indes kein Geheimnis. Vor allem will er damit seinem Ziel, im Dienstleistungsgeschäft mit Enterprise-Ressource-Planning-(ERP-)Lösungen in Zukunft "ein Wörtchen mitzureden", ein Stück weit näherkommen. Zum Angebotsportfolio der europaweit vor allem als Baan-Systemintegrator tätigen Konzernmutter gehörten bislang Projektabwicklung in Sachen Standardsoftware, Software- und Datenbankinstallation (Oracle und Informix), Konzeption und Aufbau von Netzwerken sowie Wartung.

Wichtigster Hardwarepartner der Niederländer war bis dato Hewlett-Packard (HP). Die deutsche Simac-Tochter ist für den deutschsprachigen Raum und Osteuropa zuständig. Prinzipiell versteht man sich in Hannover als Generalunternehmer, der mittelständischen Firmen in der Fertigungsindustrie, aber auch öffentlichen Verwaltungen sowie dem Dienstleistungssektor komplette Lösungen für den IuK-Bereich liefern und selbige betreuen kann. Um flächendeckend in ganz Deutschland operieren zu können, haben die Newcomer bereits ein Netz aus 14 Geschäftsstellen aufgebaut. Daneben verfügt Simac über ein eigenes Schulungszentrum in Rottenburg bei Stuttgart.